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35 Flüchtlingskinder gehen zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Deutsch als Fremdsprache

Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule an der Pliesterbecker Straße ist die erste Adresse in Dorsten für Flüchtlingskinder, die dem Grundschulalter entwachsen sind. 35 Jugendliche aus Serbien, Syrien, Mazedonien, aus afrikanischen Ländern und Sri Lanka besuchen zurzeit die Hauptschule.

Holsterhausen

, 16.11.2014
35 Flüchtlingskinder gehen zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule

in Flüchtlingskind aus Syrien bei den Hausaufgaben: Die Flüchtlingskinder haben es in ihrer neuen Umgebung nicht leicht. 40 von ihnenlernen an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule erst einmal Deutsch.

Haman ist ein vorbildlicher Schüler. Der 16-Jährige aus dem Iran nimmt seit einer Woche am Unterricht in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule teil. Und versteht und spricht bereits ein bisschen Deutsch. Dank seines Buchs „Deutsch in 30 Tagen“. Damit hat er sich im Iran auf den Unterricht in Deutschland vorbereitet. Als Kind einer Flüchtlingsfamilie muss er lernen, in seiner neuen Umgebung so schnell wie möglich klar zu kommen. Denn am Schulbesuch führt kein Weg vorbei.

In Deutschland herrscht Schulpflicht, egal, ob die Kinder Deutsch sprechen oder (noch) nicht. Über Margret Imach, Flüchtlingsbetreuerin der Caritas, werden die Flüchtlingslinder zugewiesen. Peter Washausen kommissarisch beauftragter Schulleiter, betont, dass ein multikulturelles Miteinander seit jeher das Profil der Bonhoeffer-Schule prägt, da es keine andere Aufnahmeschule für ältere Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse gibt. Das kunterbunte Nationalitätengemisch gereicht der Schule aus Sicht des Schulleiters jedenfalls nicht zum Nachteil. „Unsere Schülersprecherin hat einen Migrationshintergrund und ist ein blitzgescheites Mädchen. Ilayda Permak wurde mit großer Stimmenmehrheit gewählt“, unterstreicht Washausen. Und die Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern der Erde leben seiner Auskunft nach friedlich miteinander: „Die Kinder sind sehr willig, einige wirklich klug. Auffällige Störenfriede sind die Ausnahme.“ Problematisch für die Schule ist aber die wachsende Zahl fremdsprachiger Schüler aus allen möglichen Krisenländern geworden, die in kurzer Zeit „über uns hereingebrochen ist“: „Mit so vielen haben wir nicht gerechnet. Und es werden bestimmt noch mehr“, sagt Washausen angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen. So sind mittlerweile mehr als zehn Prozent der insgesamt 335 Kinder an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Schüler, die kein Deutsch beherrschen. Diese Menge, so der Schulleiter, kann nicht mehr „einfach so“ auf die vorhandenen Klassen verteilt werden.

Außerdem fehlte bislang das Fachpersonal, um die Flüchtlingskinder sprachlich so schnell wie möglich zu integrieren. Das soll sich ändern. „In Absprache mit der Schulrätin bekommen wird jetzt eine Integrationsstelle mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache““, freut sich Washausen über Verstärkung im Kollegium. So können die fremdsprachigen Kinder, egal, welcher Altersgruppe, in Deutsch-Gruppen zusammengefasst werden. Ziel ist, dass demnächst zwei Lehrkräfte in 17 Wochenstunden in insgesamt drei Schülerteams Deutsch unterrichten – je nach den bereits bestehenden Sprachkenntnissen ihrer Schüler.

101 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aus Familien, die sich bei uns um Asyl bewerben, leben derzeit in Dorsten. Das geht aus einer Statistik hervor, die dem Sozialausschuss vorlag. 37 Kinder sind zwischen 10 und 18 Jahren alt, 24 zwischen sechs und zehn Jahren jung. Die jüngeren Kinder werden den Grundschulen in Dorsten je nach ihrem Wohnort zugeteilt. Die älteren schulpflichtigen Kinder besuchen die Dietrich-Bonhoeffer-Schule, weil die zweite Hauptschule in Dorsten, die Geschwister-Scholl-Schule, eine katholische Bekenntnisschule ist.

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