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Ätzende Einsichten zur Lage der Nation

Volker Pispers

Lustvoll attackierte der politische Kabarettist Volker Pispers am Freitagabend im Gemeinschaftshaus Wulfen vor 600 Zuhörern die Mächtigen dieser Welt.

DORSTEN

, 23.11.2014
Ätzende Einsichten zur Lage der Nation

Volker Pispers präsentierte sich im Gemeinschaftshaus wieder einmal in Hochform.

Mit Comedy hat der Mann nichts am Hut. Wenn er auch durchaus lustig sein kann. Volker Pispers, neigt zu deutlichen, gerne auch ätzenden, manchmal verstörenden Einsichten. Er redet nicht um den heißen Brei, wenn er gegen die Großen aus Wirtschaft und Politik wortgewaltig austeilt. Denn: „Demokratie heißt, sich zu streiten.“ Lustvoll attackierte der politische Kabarettist am Freitagabend im Gemeinschaftshaus Wulfen vor 600 Zuhörern die von 70 Prozent der Bundesbürger hartnäckig sehr geschätzte Kanzlerin Angela Merkel: „Merkel hat selber keine finanziellen Interessen. Die interessiert sich auch nicht für Politik. Aber sie wollte gerne Bundeskanzlerin werden, warum nur?“, rätselte Pispers. An Angela Merkel scheiterten selbst die schärfsten Kritiker: „An der Frau bleibt nichts hängen. Wenn man sie angreift, dann sagt sie: Das ist nicht mein Duktus. Da kann der andere nicht mal sauer sein. Duktus, das könnte ja ein Frauenproblem sein“ , gab Volker Pispers zur Freude vieler Zuhörer zum Besten.

Manchem blieb aber auch das Lachen im Halse stecken. Und auch Applaus wollten nicht alle für seine scharfzüngigen Betrachtungen spenden. Denn es ist nicht jedermanns Sache, dass Pispers Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schlicht als „Setzen Sie es zusammen aus Loch-, Arsch-, dumm- und -es“ abkanzelte (die eigentliche Beleidigung hat er aus seinem Bühnenprogramm wohl streichen müssen) oder sich an Roland Pofalla abarbeitet, dem er nach dem Motto „Sozial ist, was Arbeit schafft“ gerne einmal einen Baseballschläger aufs Auge drücken möchte: „Dann haben die Ärzte im Krankenhaus was zu tun.“

Dass Deutschland als drittgrößter Waffenlieferant weltweit gilt, geißelte Pispers ebenfalls mit scharfzüngig: „Wir liefern nicht nur Waffen, wir liefern auch gleich die Prothesen mit. Bein ab, Bein dran, das ist Versorgung mit System.“ Zweieinhalb Stunden rackerte sich der 56-Jährige an sozialen Missständen, an politischen Verfehlungen, an erbarmungslosen Weltmächtigen ab. Seit 32 Jahren steht Pispers, der ursprünglich zum Lehrer ausgebildet wurde, seine Leidenschaft dann aber für das geschliffene Wort entdeckte, auf der Bühne. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er in Wulfen zu Gast war. „Bis neulich“ heißt es dann vielleicht wieder in fünf Jahren.  

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