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Als Schneiderin bei den Bayreuth-Festspielen

WULFEN Bei den Wagner- Festspielen in Bayreuth dabei zu sein, ist der Traum vieler Menschen. Allein die Festspielnacht Ende Juli zog 15 000 Menschen in ihren Bann. Für Beatrix Heidermann (24) aus Wulfen ist dieser Traum wahr geworden.

von Von Holger Steffe

, 08.08.2008
Als Schneiderin bei den Bayreuth-Festspielen

Beatrix Heidermann bei der Arbeit hinter den Kulissen der Bayreuther Festspiele.

Im Juli 2007 zog die Wulfenerin  mit Freund Thorsten Rathmann nach Goldkronach, in die Nähe von Bayreuth. Im Dezember stellte sich die gelernte Herrenschneiderin bei der Festspielverwaltung vor und wurde schon acht Wochen später zu Probearbeiten eingeladen.

Beatrix, die nach Besuch der Wittenbrink- und Gesamtschule ihre kreative Ader entdeckte, hat diese auch beruflich umgesetzt. „Meine Mutter und ich haben immer schon viel genäht, da lag es nah, eine Ausbildung in diesem Metier zu machen“, erzählt sie. Bei Franz Schneider in Rhade hat Beatrix das Schneider-Handwerk erlernt. Ihre kreative Seite verfeinerte sie im Berufskolleg sowie der Fachoberschule für Technik und Gestaltung in Gelsenkirchen. Nach dem Fachabitur und einem Jahr bei Herrenausstatter Cove&Co in Essen, Dortmund und Düsseldorf, hieß es Abschiednehmen von Wulfen, Familie, Freunden und dem BSV. Gut, dass Freund Thorsten Rathmann schon einen Job als Ingenieur bei EON-Netz in der Nähe von Bayreuth hatte, da fiel der Umzug nicht so schwer.

„Für mich als Herrenschneiderin war klar, dass ich mich als Näherin bei den Festspielen bewerben würde.“ Die Tätigkeit, reine Saisonarbeit, fordert aber bei Neu-Inszenierungen, wie jetzt bei Parsifal, vollen Einsatz von den Kostümschneidern. „Eigentlich hatte ich schon einen festen Job bei einer Sanitätsartikel Firma, als der Anruf von den Festspielen kam, ob ich schon früher anfangen kann. Mein Arbeitgeber gab mir sofort frei“, erzählt sie.

„In der Herrenabteilung von Leiterin Heike Ammer ging es in der heißen Phase kurz vor der Generalprobe nur mit täglich bis zu 13 Stunden Arbeit, bienenemsig zu  in einer Sieben Tage-Woche. Sonst wäre es nicht zu schaffen gewesen, hat aber ungeheuer viel Spaß gemacht“, sagt Beatrix, die noch bis Ende August als Garderobiere für die Sauberkeit und Ordnung der Statisten-Kostüme sorgt. Ob es im nächsten Jahr ein neues Intermezzo bei den Festspielen gibt, ist noch nicht sicher, sicher ist nur, dass es Beatrix ein Leben lang begleiten wird, dabei gewesen zu sein.

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