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Asyl-Anbau wird gestoppt

Fraktionen haben sich geeinigt

SCHERMBECK Einen Anbau für das Asylbewerberheim in Üfte wird es nicht geben. Das haben die Ratsfraktionen nach Protesten von Anwohnern bei einem Treffen vereinbart. Nun müssen 50 000 Euro für eine Planung bezahlt werden, die in der Schublade verschwinden wird.

von Von Berthold Fehmer

, 05.08.2010

Im Betriebsausschuss werde man den Auftrag für die Errichtung des Anbaus nicht vergeben, kündigte Klaus Schetter (Foto, CDU) an. Das gelte für alle Fraktionen. Letztlich habe das Argument den Ausschlag gegeben, dass ein einziger Standort bei Konfliktsituationen nicht ausreiche. Im Asylbewerberheim in Üfte sollen in Zukunft nur noch Familien und alleinstehende Frauen leben. Männer sollen an einen oder mehrere andere Standorte verlegt werden, kündigte Schetter an. Die Verwaltung werde beauftragt, alle Möglichkeiten zu prüfen: Anmietung oder Kauf von Wohnungen, Gebäuden und Grundstücken.

Die Zeit drängt: Denn der Mietvertrag an dem bisherigen Asylbewerber-Standort Alte Poststraße soll wie geplant zum 31. Dezember gekündigt werden. Spätestens dann muss eine Lösung vorhanden sein. Klaus Roth von der BfB-Fraktion weist darauf hin, dass nach dem Rückzieher der Politik nun 50 000 Euro angefallene Planungskosten für einen Anbau zu bezahlen sind, der nicht gebaut wird. Diese können nicht mit Konjunkturpaket-II-Mitteln getilgt werden, sondern müssen laut Herbert Tekaat aus dem Haushalt der Gemeinde entnommen werden.

Anstelle des 355 000 Euro teuren Asyl-Anbaus in Üfte (der vorhandene Standort soll jetzt nur noch mit rund 70 000 Euro saniert werden) rückt nun das Feuerwehrgerätehaus Altschermbeck aus der Prioritätenliste nach oben. Ob man die energetische Sanierung des Gerätehauses nun einfach mit den 350 000 Euro in Angriff nehmen könne, hänge sicherlich noch von einer Genehmigung der Aufsichtsbehörden ab, sagte Tekaat. Die Schermbecker Asylbewerber sollen in Zukunft besser betreut werden – darauf einigten sich die Fraktionen bei ihrem Treffen. Für diese Aufgabe hätten Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder AWO bereits Bundesmittel erhalten. Etwa eine halbe Stelle, rechnet Schetter, könnte für die Betreuung in Schermbeck ausreichen. „Der Bedarf sollte allerdings vorher bei den Betroffenen erfragt werden.“