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Auftragsmord: Dorstener sollen beteiligt sein

21-Jährige in Berlin getötet

Es scheint ein Mord im gutbürgerlichen Milieu zu sein, die Kaltblütigkeit der Täter ist erschreckend: Aus Habgier soll ein 23-jähriger Mann in Berlin den Mord an seiner Ex-Freundin in Auftrag gegeben haben. Der Mörder ist allem Anschein nach ein 22-Jähriger aus Dortmund, Komplizen sollen aus Dorsten kommen.

Dortmund/Berlin/Dorsten

29.06.2012
Auftragsmord: Dorstener sollen beteiligt sein

Der Zeugenaufruf der Polizei in Berlin.

Er wollte an die Lebensversicherung seiner Ex-Freundin kommen - deshalb soll ein 23-jähriger Berliner den Mord an der jungen Frau in Auftrag gegeben haben. Auftragskiller soll ein 22 Jahre alter Mann aus Dortmund sein. Polizei und Staatsanwaltschaft kamen dem Komplott rund eine Woche nach der Tat auf die Spur und sprachen am Freitag von einer perfiden Tötung. Zuvor hatten die Ermittler den Mann im Verdacht, die Frau selbst umgebracht zu haben. Die Leiche der Pferdewirtin war am 21. Juni von einer Spaziergängerin nahe dem Freibad Lübars entdeckt worden.

Der 23-Jährige habe seine ehemalige Freundin umbringen lassen, um die Lebensversicherung des Opfers in Höhe von 245.000 Euro zu kassieren, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Der 23-Jährige beauftragte demnach über Bekannte einen 22-Jährigen Dortmunder, seine Ex-Freundin für 1000 Euro Lohn zu ermorden. "Es handelt sich hier um eine sehr perfide geplante Tötung im gutbürgerlichen, gehobenen Milieu“, sagte Oberstaatsanwalt Michael von Hagen. Der Ex-Freund habe sich in Nordrhein-Westfalen einen Reiterhof aufbauen wollen, dafür brauchte er Geld.

Weil er sich den Mord nicht selbst zutraute, habe er eine Bekannte aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten eingeweiht. Die 26-Jährige versprach sich offenbar eine gemeinsame Zukunft mit dem Mann und fragte ihren 23-jährigen Bruder. Der saß selbst im Gefängnis und soll den Kontakt zu dem mutmaßlichen Mörder aus Dortmund hergestellt haben. Der mutmaßliche Auftragskiller und die beiden anderen Komplizen sitzen in Haft. Bis auf den Ex-Freund haben alle die Tat eingeräumt. „Es ist erschreckend, welche Kaltblütigkeit der Freund mit seinen 23 Jahren an den Tag gelegt hat“, sagte die Leiterin der Mordkommission, Jutta Porzucek. Selbst erfahrene Ermittler seien geschockt gewesen von der grausamen Tat.

Bereits vor dem Tod der jungen Frau habe es Attacken gegen sie gegeben. So soll sie von der Mutter des Ex-Freundes mit einem Messer angegriffen worden sein. Die Ermittler halten diese Version aber für unglaubwürdig und vermuten eine andere Täterin. Danach soll die 26-Jährige Bekannte aus Nordrhein-Westfalen versucht haben, die 21-Jährige mit K.O.-Tropfen zu töten.  In der Tatnacht lockte der Ex-Freund die 21-Jährige dann unter dem Vorwand eines Pferdekaufes zu einem Treffen auf einem Parkplatz an dem Freibad. Als sie aus Furcht eine Freundin mitbrachte, verwarf der Auftragskiller zunächst seinen Plan.

Kurz danach wurde die Pferdewirtin erneut dorthin zu einem Treffen mit dem 23-Jährigen gelockt - diesmal war er zusammen mit der 26-Jährigen. Sie lockten die Frau zu einem Auto, wo der 22-Jährige sie dann von hinten vor den Augen der Komplizen erwürgte. Der Ex-Freund sitzt bereits seit einer Woche in U-Haft. Ermittler waren schnell von einer Beziehungstat ausgegangen und hatten ihn auf einem Pferdehof im brandenburgischen Friesack gefasst. Erst nachdem die Fahnder das Handy des Opfers untersuchten, kamen sie dem grausamen Ausmaß des Mordkomplotts auf die Spur.

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