Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ausflüger schaden seltenen Vogelarten nachhaltig

Lippeauengebiet

DORSTEN Es kann der Frömmste nicht in Frieden brüten, wenn nebenan Vandalen wüten. Wie das Team der Bio-Station feststellen musste, richten Ausflügler im sensiblen Umfeld des Naturschutzgebietes Lippeauen immer größere Schäden an.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 04.08.2010

Denn nicht nur der Kanalbereich, sondern auch das Lippeufer wird an warmen Sommerabenden und -nächten zunehmend von zumeist jungen Leuten bevölkert. Davon künden Lagerfeuer und Müll. Aber selbst Spaziergänger, die am Flußufer nur einen romantischen Sonnenuntergang bewundern wollen, zertrampeln die Flora oder vertreiben allein durch ihre Gegenwart scheue Tiere. „So findet der Eisvogel am Steilufer der Lippe eigentlich optimale Brutbedingungen“, berichtet Niels Ribbrock, „auch in diesem Jahr hatte sich in der Nähe der Hammbach-Mündung ein Vogelpaar eingenistet.“ Doch durch die Nähe der Menschen sah der Eisvogel offenbar sich und seine Brut bedroht: Er gab die Bruthöhle auf und suchte sich anderswo ein Quartier.

„Es ist jammerschade, wenn so Lebensräume seltener Pflanzen und Tiere zerstört werden“, beklagen auch Naturschützer des NaBu. Im Rathaus hatte man große Hoffnungen darauf gesetzt, dass Uferbereiche eingezäunt und als Weidefläche für Rinder genutzt wurden. Aber die friedlichen Schwarzbunten vergraulen die illegalen Besucher nicht: „Im Gegenteil, es werden immer mehr, wie ein breiter Trampelpfad entlang des Ufers zeigt.“ Was tun, wenn Menschen die Naturschutz-Schilder einfach ignorieren und in verbotene Bereiche vordringen? „Gelegentlich schaut ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorbei. Aber eigentlich sind wir weder befugt noch zuständig“, verweist Lisa Bauckhorn, Pressesprecherin der Stadt, auf den Kreis als verantwortliche Aufsichtsbehörde. Auch die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei sei für den Naturschutz ein untaugliches Instrument.

Der Kreis kann schon mangels Personal kaum alle Naturschutzgebiete bewachen. „Am besten wäre ein entschlossener Wächter auf vier Beinen“, meint daher ein Naturfreund, „ein wütender Stier würde solchen Eindringlingen schon Beine machen!“

Lesen Sie jetzt