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Ausflug ins Naturschutzgebiet Lippeaue

Kleinod vor der Haustür

Man muss nicht unbedingt in die Ferne schweifen, um Natur vonder schönsten Seite zu erleben. Diese Erfahrung machten etwa 20 Wanderer, die auf Einladung des Schermbecker Heimatvereins das Naturschutzgebiet Lippeaue Damm-Bricht besuchten.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 16.08.2010
Ausflug ins Naturschutzgebiet Lippeaue

Diplom-Biologe Wilhelm Itjeshorst (vorne l.) stellte den Exkursionsteilnehmern viele (auch sehr seltene) Pflanzen der Lippeaue vor. RN-Foto Scheffler

Sachkundiger Führer war Wilhelm Itjeshorst von der Biologischen Station des Kreises Wesel. Vor 23 Jahren, am 11. März 1987, wurden die ersten 453 Hektar der Damm-Brichter Lippeaue als Naturschutzgebiet (NSG) festgesetzt. Seither hat das Land NRW mehrfach den Landwirten Flächen abgekauft, sodass sie nach den Vorstellungen der Umweltschützer entwickelt werden konnten.

Während die meisten der bisherigen Führungen vom Brichter Pontenweg aus starteten, gingen die Wanderer in diesem Jahr erstmals am Dammer Melkweg los. Unterwegs stellte Itjeshorst die vielfältigen Pflegemaßnahmen der Biologischen Station vor. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie der Rundgang am Freitag deutlich machte. Die Lippeaue wird geprägt durch ein äußerst vielgestaltiges Mosaik an zahlreichen gefährdeten Lebensraumtypen. An vielen Stellen findet man Relikte des ehemaligen Lippebettes. Innerhalb des vorherrschenden Grünlandes sind auf großer Fläche trockene Magerwiesen und -weiden vertreten. Stellenweise kommen feuchte und nasse Standorte mit Seggenried, Röhricht sowie naturnahen Erlenbruchwäldern in verlandeten ehemaligen Lippemäandern vor.

Der größte Teil der fast dreistündigen Exkursion führte durch den Auenbereich der Lippe, den man nach Passieren einer deutlich sichtbaren Geländekante von der Fluss-Niederterrasse aus erreichte. Sehr viel Zeit ließ sich Itjeshorst bei der Vorstellung solcher Pflanzen, die in NRW an anderen Stellen entweder gar nicht mehr oder nur an äußerst wenigen Stellen vorkommen. Plötzlich leuchteten die Augen des Biologen. „Das ist ein Schätzchen für unsere Gegend“, stellte Itjeshorst fest, als er den Exkursionsteilnehmern die wilde Heidenelke zeigen konnte. In der Lippeaue gibt es inzwischen mehrere Bestände. Die Besucher zeigten sich beeindruckt, so dass es künftig weitere Führungen in der Lippeaue geben könnte.