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Bei Petra Fasel werden Vierbeiner gut betreut

Tier-Sitterin

WULFEN Die Wulfenerin Petra Fasel ist die einzige Tier-Sitterin in der näheren Umgebung, die sich mit dieser Berufsbezeichnung schmücken darf. Die Dame im Ordnungsamt war zunächst schwer irritiert, als Petra Fasel ihr Kleingewerbe anmelden wollte.

von Von Michael Klein

, 13.08.2010
Bei Petra Fasel werden Vierbeiner gut betreut

Tier-Sitterin Petra Fasel mit ihren derzeitigen Gästen Artus und Findus.

„Eine Tier-Sitterin war ihr bislang nicht untergekommen“, erzählt die Wulfenerin. „Ich wollte rechtlich abgesichert sein“, begründet die 36-Jährige, warum sie den bürokratischen Weg genommen hat. „Denn in dem Gewerbe gibt es viele schwarze Schafe, da habe ich von den Tierbesitzern schon einiges zu hören bekommen.“   Klein, aber fein, das ist das Motto des Ein-Frau-Unternehmens, das im Internet unter „Tierisch gut betreut in Dorsten“ zu finden ist. „Denn die meisten suchen keine Tierpension, sondern ein familiäres Umfeld“, so Petra Fasel.

Und das bietet die Wulfenerin in ihrem Wulfener Reihenhaus, das sie mit Ehemann Andre und den Kindern Niklas und Felicitas bewohnt: Im Garten stehen gepflegte Gehege für Kaninchen und Meerschweinchen, mittendrin toben Artus und Findus, zwei Bearded Collies, die derzeit für ein paar Wochen die Ferien-Gäste im Hause Fasel sind. „Normalerweise nehme ich nur einen Hund auf, aber die gehören einer Familie, da mache ich eine Ausnahme.“ Für mehr Hunde hätte sie auch keinen Platz. „Käfige oder Zwinger sind mir gar nicht erlaubt.“ Mit den Hunden geht die Wulfenerin regelmäßig spazieren, Auslauf ist genug da. Hinter dem Haus geht es sofort ins Grüne und die Hohe Mark ist auch nicht weit weg. „Die Besitzer der Tiere haben sich vorher ein Bild von uns machen können“, so Petra Fasel. „Ich biete jedesmal einen kostenlosen Kennenlern-Tag an.“ Das schaffe Sicherheit. Auf beiden Seiten. Denn auf ihre Kinder und auf ihren Bouvier-Hund Ruby nimmt die Wulfenerin immer Rücksicht. „Die endgültige Entscheidung überlassen ich ihnen. Deswegen nehme ich nur gut ausgebildete Hund an.“

Petra Fasel hat schon immer ein Herz für Tiere gehabt, als Jugendliche in Zoohandlungen gejobbt, sich in Hundevereinen engagiert. Die frühere Altenpflegerin, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Besuch nicht mehr ausüben kann, hat bereits während ihres Jobs die Marktlücke erkannt. „Viele pflegebedürftige Senioren wussten nicht, was sie mit ihren Tieren machen sollten, die Angehörigen waren meist damit überfordert.“

Nachdem sie ihr Kleingewerbe angemeldet hatte, richtete Petra Fasel eine Internet-Seite ein, legte Flyer in TierArztpraxen und Reisebüros aus. „Die Tierärzte haben mich ermutigt, so etwas zu machen“, erzählt die Wulfenerin, die über die Resonanz mehr als zufrieden ist. „Für dieses Jahr bin ich mehr oder weniger ausgebucht“, sagt sie. Und dennoch: „Ein goldene Nase kann man sich dabei nicht verdienen, das ist mehr ein Hobby mit Trinkgeld für mich.“ Sich von einer Vermittlungsfirma Tiere zuweisen zu lassen, käme für Petra Fasel nicht in Frage: „Ich will niemanden im Nacken haben.“ Lieber teilt sie sich die Zeit selbst ein. Die auch Hausbesuche mit einschließt. „90 Prozent dabei sind Katzen“, erzählt sie, demnächst sind es insgesamt 14, die sie betreuen wird. „Aber keine Streuner, nur Katzen in Wohnungshaltung.“ Füttern, Katzenstreu wechseln, Katzenklo reinigen, alles im Tagessatz inklusive. „Und Blumen gießen und Briefkasten leeren ist dann auch mit drin.“

Mäuse, Vögel, Meerschweinchen, auch Anfragen für Terrarien-Tiere hat es schon gegeben. Manchmal sind es auch obskure Wünsche, die an die Wulfenerin herangetragen werden: „Da war der Mann mit dem Waran. Und derjenige, der einen bissigen Hund bei mir loswerden wollte.“ Deswegen erscheint auch ihre Adresse nicht auf der Internet-Homepage. „Ich will nicht, dass mir irgendwelche Tiere vor die Tür gesetzt werden.“ Petra Fasel sagt: „Für diesen Job muss man sehr gut organisiert sein.“ Rund um die Uhr. „In Urlaub fahren wir nicht, wie genießen in den Ferien unser Zuhause.“ Das Spazierengehen mit den Hunden, der Umgang mit den Tieren – „davon profitieren wir alle“, sagt Petra Fasels Mann Andre. „Dazu muss man aber bereit sein.“  

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