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Bordell wirbt vor der Matthäuskirche

Plakataktion

WULFEN . Für "Sexy Girls", den "Hot Whirlpool" sowie "Spaß - Entspannung - Entertainment" wirbt ein Wulfener Bordell seit zwei Tagen mit dem Bild einer halbnackten Dame an der Weseler Straße. Direkt vor der Matthäus-Kirche.

von Von Berthold Fehmer

, 05.08.2010

„Jetzt geht´s aber los“, dachte Hildegard Stockhoff von der Aral-Tankstelle gegenüber nach eigener Aussage, als das Plakat aufgehängt wurde. „Ein Unding – direkt vor einer katholischen Kirche.“ Auch Anwohnerin Margret Dose war nicht amüsiert: „Ich habe einen Schock gekriegt“, sagt sie über den Moment, als sie das Plakat zum ersten Mal sah. Die Anwohnerin hat beim Blick aus dem Fenster das nachts beleuchtete Plakat und die Kirche direkt im Blick. „Wie kann man so was hier hinhängen?“, fragt sie. „Von mir aus kann das ab“, sagt ihr Mann Klaus Peter entschlossen. Einerseits sei der Weg ein Schulweg und für Kinder und Jugendliche das Plakat ganz sicher nicht geeignet. Auf der anderen Seite nerven ihn auch die Männer, die sicherlich nicht wegen des angepriesenen warmen Buffets etwa aus Wesel oder sogar aus Holland kommen. Und ihn nach dem Weg zu dem Etablissement fragen. „Gestern waren das bestimmt zehn.“ Ähnliche Anfragen gebe es auch immer wieder an der Aral-Tankstelle, bestätigt Reinhard Stockhoff.

Mitte Juli hatte ein ähnliches Plakat bereits für Unmut am Wittenberger Damm in Barkenberg gesorgt. Damals hatte die Firma Moplak auf Druck des Ordnungsamts das Plakat wieder entfernt. Das Plakat an der Weseler Straße steht jedoch auf privatem Grund. Der gehört Maria Korte aus Rhade, die gestern Nachmittag einen Anruf vom Ordnungsamt erhielt. „Ich wusste bis vor einer halben Stunde gar nicht, was da für ein Plakat hängt“, sagte sie auf Nachfrage der Dorstener Zeitung.

Sie erbat sich eine Stunde Zeit, die Angelegenheit mit der Firma Plakatunionl zu regeln, die das Plakat aufgehängt hatte. „Ich hatte damals dem Vertreter der Firma gesagt, dass da nichts Anzügliches hingehängt werden sollte, weil direkt dahinter die Kirche ist.“ Da der verantwortliche Mitarbeiter derzeit im Urlaub sei, handelte Korte mit der Firma einen Kompromiss aus. Im Laufe des heutigen Tages soll vor das Plakat eine Platte gehängt werden. Und in der kommenden Woche mit dem betreffenden Mitarbeiter eine Lösung gesucht werden. Ratsherr Tobias Stockhoff (CDU) äußerte für den CDU-Ortsverband Wulfen-Deuten seine Empörung: „Feingefühl wie ein Vorschlaghammer“, habe die Plakatfirma bewiesen. „Die Eigenwerbung dieser Werbeprofis ist eine Katastrophe“, pflichtet Ortsverbandsvorsitzender Hans-Peter Jungblut bei. Unterstützung erhalten sie von CDU-Fraktionschef Schwane: „Wir werden bei Bedarf das Thema auch noch einmal in den zuständigen Ausschüssen ansprechen.“

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