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Clownsvisite ist über Konkurrenz verärgert

Klinikclowns

Sie setzen rote Nasen auf und bringen etwas Leichtigkeit ins Leben leidender Menschen: Klinikclowns gibt es überall. Beim Werben um Spenden hört der Spaß auf. Das ist auch in Dorsten so.

Dorsten

, 11.07.2018
Clownsvisite ist über Konkurrenz verärgert

Clownsvisiten werden im Krankenhaus gerne gesehen, weil schwerkranke Patienten so aufgeheitert werden können. © picture alliance / dpa

Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Den Beweis liefern täglich Hunderte Klinikclowns, die Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen eine fröhliche Visite abstatten. Eva Paulus aus Dorsten ist einer dieser Klinikclowns, als „Clown Klara“ zaubert sie leidenden Menschen in der Stadt ein Lächeln auf die Lippen. Ihr selbst ist das Lachen zuletzt vergangen.

Paulus ist Vorstandsmitglied im Verein Clownsvisite mit Sitz in Wetter (Ruhr). „Wir sind ein großer regionaler Verein und besuchen Kinder und Jugendliche in Krankenhäusern sowie Menschen in Senioreneinrichtungen und Hospizen“, sagt sie. Wie die meisten der geschätzt rund 30 Klinikclown-Vereine in Deutschland finanziert sich Clownsvisite über Spenden. Die Mitglieder gehen zum Beispiel verkleidet in die Fußgängerzone, blödeln ein bisschen herum und bitten auf diese Weise charmant um Unterstützung.

Rote Nasen kommen in die Quere

In der Dorstener Altstadt hat Clownsvisite zuletzt Konkurrenz bekommen. In der vergangenen Woche baten sogenannte Dialoger an zwei Tagen für den Klinikclown-Verein „Rote Nasen“ um Spenden. Dieser Verein ist nach eigenen Angaben aber hauptsächlich in Berlin, Brandenburg und Thüringen tätig. Er befindet sich allerdings auf Expansionskurs: „Rote Nasen Deutschland ist bundesweit aktiv“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. „Seit Ende des letzten Jahres fördern die Betriebskrankenkassen Rote-Nasen-Clownsvisiten in ganz Deutschland.“ Projekte habe es bereits in Bremen, Süddeutschland und in Ratingen gegeben.

Eva Paulus hat für das offensive Werben wenig Verständnis. „Wir respektieren die Gebiete anderer und schicken keine Agentur-Leute los, die Menschen auf so direkte Art angehen.“ Ihr Verein distanziert sich deshalb von „Rote Nasen“. In einer Mitteilung von Clownsvisite und dem Dachverband „Clowns in Medizin und Pflege Deutschland“ heißt es wörtlich: „Passanten beschwerten sich über die aufdringliche Kontaktaufnahme. Das hat zur Folge, dass Interessenten und Spender die lokalen Vereine, die in der Region tatsächlich aktiv und auf Spenden aus dieser Region angewiesen sind, mit Rote Nasen verwechselt werden.“

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