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Dachpappenfabrik wird zurückgebaut

Informationsabend

Über konkrete Maßnahmen zur Sanierung des Betriebsgeländes der 2001 stillgelegten Dachpappenfabrik Dr. Kohl am Beerenkamp in der Feldmark informierte eine Bürgerversammlung am Montagabend.

DORSTEN

von Von Ralf Pieper

, 26.06.2012
Dachpappenfabrik wird zurückgebaut

Dr. Heinrich Wächter informiert über die geplante Flächensanierung auf dem Gelände der Dachpappenfabrik Dr. Kohl.

Etwa 40 in unmittelbarer Nähe des Geländes wohnende Bürger kamen ins Tennisheim des TV Feldmark, wo Mitarbeiter des Altlastensanierungsverbandes NRW (AAV) über das Warum, Wann und Wie informierten.

Seit 2005 wurden das Fabrikgelände und dessen nähere Umgebung mehrmals auf Schadstoffgehalte im Boden, im Grundwasser, im Oberflächenwasser und in der Luft untersucht. Dabei zeigten sich erhebliche und weiträumige Belastungen des Untergrundes. Hauptübel sind die bei der Dachpappenproduktion bis etwa 1960 eingesetzten Teeröle. Ihre Bestandteile wurden in einem Umkreis bis etwa 100 Meter nachgewiesen.

„Es gibt viel zu tun und wir müssen vorsichtig vorgehen, um den Schaden nicht noch weiter zu vergrößern“, erklärte der Projektleiter des AAV, Dr. Heinrich Wächter. Die Sanierung ist in zwei Schritten geplant. Bis zum Herbst dieses Jahres werden die ehemaligen Betriebsgebäude und Produktionsanlagen, die noch fast vollständig vorhanden sind, abgerissen. Dabei sind große Mengen kontaminierter Bausubstanz und auch zahlreiche gefahrstoffhaltige Produktionsreste zu entsorgen.Die zweite Phase beinhaltet zunächst den Bodenaustausch im Bereich einer tief reichenden Teerölgrube und einer ehemaligen Teeröl-Destillationsanlage. Danach entfernt man schlackehaltige alte Bodenschichten auf dem übrigen Betriebsgelände und füllt auch hier mit sauberem Füll- bzw. Vegetationsboden auf. Eine Einhausung im Bereich der Schadenszentren soll eine Gefährdung der Anwohner durch schädliche Emissionen, wie Gase und Stäube, verhindern. Dieser zweite Schritt ist für den Winter 2012 / 2013 geplant.

Die Lärmbelastung war eine der Hauptsorgen der anwesenden Anwohner. Etwa 26.000 Tonnen kontaminierter Boden müssen abtransportiert werden, das entspricht etwa 1.100 Sattelzügen. 10.000 Tonnen sauberer Boden werden für die Auffüllung herangeschafft, 450 Sattelzügen entsprechend. Beim Gebäuderückbau fallen 5.000 Tonnen Beton, Bauschutt und Eisenschrott an. Die Baustellenarbeit findet werktags in der Zeit von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr statt. Arbeiten am Samstag wird es nur dann geben, wenn es mit dem Zeitplan eng wird.

„Wir freuen uns, dass sich endlich etwas tut.“ Die Anwohner sind mehrheitlich froh, dass Stadt, Kreis und Land endlich ernst machen, mit der Altlastensanierung und dem Flächenrecycling rund um die alte Dachpappenfabrik. Dafür nehmen sie gern den unvermeidlichen Lärm und andere Einschränkungen für ein knappes Jahr Bauzeit in Kauf.

Nachdem die Fläche saniert ist, soll sie als Neubaugebiet genutzt werden. Zuvor wird es aber weitere Bürgerversammlungen geben, die über den aktuellen Stand der Dinge informieren.

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