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Das Lippetor-Center ist jetzt verriegelt und vergittert

Mietern fristlos gekündigt

DORSTEN Lippetor-Investor Herbert Krämer hat der Reinigung und der Eisdiele fristlos gekündigt. Der obere Durchgang durch das Lippetor-Zentrum wurde am Montag vergittert. Die Einfahrt in das Lippetor-Parkhaus ist seit Montag ebenfalls dicht.

von Von Michael Klein

, 09.08.2010

Für Gerd Perplies vom „Haus der Kleiderpflege“ war das Vorgehen „einfach nur der Hammer“. Denn der neue Eigentümer des Lippetor-Centers hat den Mietvertrag für die Reinigung fristlos gekündigt: „Und das ohne Mahnung oder Zahlungserinnerung“, so Gerd Perplies.

Für Investor Herbert Krämer hingegen eine ganz normale Sache: „Herr Perplies zahlt keine Miete und keine Nebenkosten“, so der Geschäftsmann, der das Einkaufszentrum bekanntlich kürzlich erworben hat. „Warum sollen wir das Gebäude für Mieter offen halten, die nicht zahlen?“ Gleiches gelte auch für das Eiscafé im Obergeschoss, das nach den Betriebsferien wohl nicht wieder aufmachen wird. Die „kik“-Filiale im Erdgeschoss wird hingegen weiter geöffnet bleiben. „Dieses Unternehmen entrichtet seine Miete“, so Krämer. Er hat inzwischen Tatsachen geschaffen. So ist der Durchgang durch das Gebäude von und zur Hochstadenbrücke nicht mehr möglich. „Vorhin kam ich noch durch, jetzt ist alles vergittert“, sagte eine sichtlich verdutzte Bewohnerin des Altenheims Maria Lindenhof am Mittag. „Wir wollen die hohen Betriebskosten reduzieren“, erläutert Krämer. Und auch das Parkhaus ist inzwischen durch eine Warnbake gesperrt und nicht mehr befahrbar.

Passanten, die bei „kik“ einkaufen wollen, können noch den vorderen, stadtseitigen Eingang nutzen, der Zugang zur Reinigung ist hingegen dicht – sowohl im Untergeschoss als auch über den Fahrstuhl. „Ich lasse die Kunden jetzt durch die Hintertür herein“, so Gerd Perplies. „Bis die Gerichte eine endgültige Entscheidung getroffen haben.“ Perplies räumt ein, nichts mehr gezahlt zu haben. Denn: „Mit dem Insolvenzverwalter hatten wir uns geeinigt, wegen des maroden Umfelds die Miete auf Null zu setzen und nur die Nebenkosten zu begleichen.“

Doch seit Anfang des Jahres weigert sich Gerd Perplies, für letztere aufzukommen: „Die Rolltreppe funktioniert nicht mehr, das Licht auch nicht und der Fahrstuhl ist für den Weg nach unten gesperrt, der Notausgang für die Kunden wurde dicht gemacht – wofür soll ich Betriebskosten in Höhe von 500 Euro im Voraus bezahlen?“, argumentiert er. „Ich bin natürlich bereit, mich an den tatsächlich angefallenen Kosten zu beteiligen – aber nur gegen eine Endabrechnung.“ Übrigens: Ein Mitarbeiter der Telekom entfernte gestern die Technik der beiden Telefonsäulen im Gebäude. Westwall 61: Immer weniger Anschluss unter dieser Hausnummer.

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