Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Bio-Station ohne Hindernisse besichtigen

Barrierefreier Garten in Lembeck eröffnet

Mit einem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen den Wald zu erkunden, ist nicht so einfach. Deshalb unterstützt das NRW-Umweltministerium das Projekt „Wegbar“ – auch in Lembeck.

von Sabine Bornemann

Lembeck

, 18.06.2018
Die Bio-Station ohne Hindernisse besichtigen

Gleich nach der offiziellen Freigabe wurde der Garten von vielen Besuchern erkundet. © Foto: Sabine Bornemann

Das Projekt soll die Natur auch für Menschen mit Einschränkungen zugänglich und erfahrbar machen. Diese von der EU geförderten Konzepte sind integrativ, haben auch aber einen touristischen Aspekt.

Brücken und Stege

An der Biologischen Station in Lembeck wurde am Sonntag der neue barrierefreie Garten vorgestellt. Im März 2017 hatten Landschaftsgärtner Timo Schwidder und seine Helfer begonnen, die alten Kieswege rund um den Hof Punsmann durch feste wassergebundene Wegdecken zu ersetzen, in denen man mit Rollator oder Rollstuhl nicht mehr einsinkt.

Der nächste Umbau betraf die Brücken und Stege: Sie wurden mit erhöhten Kanten versehen, sodass man an der Seite nicht mehr so leicht vom Weg abkommen und ins Wasser fallen kann. Dann kamen die Hochbeete dran: Bisher war es für einen Rollstuhlfahrer kaum möglich, die Pflanzen richtig zu betrachten, weil der Abstand zu groß war.

Viele Neuerungen

Jetzt sind die Hochbeete richtig aufgemauert und an der Kante nach vorne verlängert, sodass man dicht heranfahren kann wie an einen Tisch. Am Eingang zum Garten wurde das alte Klinkentörchen durch zwei Schwenktüren ersetzt, die sich einfach beim Durchgehen öffnen. Alle diese Neuerungen wurden nach der offiziellen Eröffnung von Sponsoren, Naturschützern und Besuchern eingehend unter die Lupe genommen.

Ein „Versuchskaninchen“

Als „Versuchskaninchen“ fungierte dabei Rollstuhlfahrerin Hannelore Eisenberg von der AG Fledermausschutz. Und gleich zu Beginn trat ein unerwartetes Problem auf: Das Zurückschnappen der Schwenktore zum Garten war so heftig, dass sie davon getroffen wurde, als sie ihrem Vorgänger hinterherfahren wollte. Aber so ein Problem kann man eben nur erkennen, wenn man es mit Betroffenen ausprobiert. Alle anderen „Wegbar“-Neuerungen bewährten sich bestens.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Barriererfreier Garten der Bio-Station eröffnet

18.06.2018
/
Gleich nach der offiziellen Freigabe wurde der Garten von vielen Besuchern erkundet.© Sabine Bornemann
Auch die Stege über die Froschteiche haben erhöhte Kanten bekommen, so dass Rollstuhlfahrer hier nicht mehr an der Seite herunterkippen können.© Sabine Bornemann
Die Hochbeete wurde aufgemauert und stehen nun an der Vorderkante über, so dass auch Rollstuhlfahrer richtig wie an einem Tisch dicht heranfahren und die Pflanzen betrachten können.© Sabine Bornemann
Die alten Kieswege wurden durch neue wassergebundenen Wegdecken ersetzt, auf denen Rollstühle und Rollatoren nicht mehr einsinken. Bürgermeister Tobias Stockhoff, der Vorsitzende des Trägervereins Dr. Bernd von Bülow, Hannelore Eisenberg von der AG Fledermausschutz, Dina Frense vom Regionalverband Ruhr und der Geschäftsführer der Biostation Georg Tenger (v.l.) nahmen das Gelände selbst in Augenschein.© Sabine Bornemann
Hannelore Eisenberg von der AG Fledermausschutz testete mit ihrem Rollstuhl die neuen barrierefreien Wege und Tore.© Sabine Bornemann
Der neue barrierefreie Garten wurde gemeinschaftlich von alt und jung, mit und ohne Handicap, förmlich eröffnet.© Sabine Bornemann
Das Fest war sehr gut besucht und auch die Fußballfans hatten später die Möglichkeit, das Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft zu sehen.© Sabine Bornemann
Dieser Besucher hat sich viel Zeit gelassen und ist in vielen Fällen fündig geworden.© Sabine Bornemann
Es war nicht so einfach, zwischen dem hohen Gras etwas von den abgebildeten Pflanzen zu entdecken.© Sabine Bornemann
Zur offiziellen Eröffnung des neuen barrierefreien Gartengeländes gab es Grußworte von (vg.l.) Landrat Cay Sübercrüb, dem 1. Vorsitzenden des Trägervereins Dr. Bernd von Bülow, dem Geschäftsführer der Biostation Georg Tenger, Bürgermeister Tobias Stockhoff und der stellvertretenden Regierungspräsidentin Frau Dr. Wies.© Sabine Bornemann
Etwas abseits vom Trubel konnte man unter Anleitung des Nabu auch ganz in Ruhe selbst auf die Suche nach bestimmten Pflanzen in der Wiese gehen.© Sabine Bornemann
Nach dem Auftritt mit seinen Bläsergruppen genoss Musiklehrer Thomas Klemme einen Kaffee mit Kuchen.© Sabine Bornemann
Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt - mit Rinderbratwürstchen.© Sabine Bornemann
Die Oldtimerfreunde Lembeck und der Heimatverein hatten alten Landmaschinen und Gerätschaften mitgebracht.© Sabine Bornemann
Hier konnten Kinder sich beim Melken erproben.© Sabine Bornemann
Unter diesem Mikroskop lag eine winzige tote Fledermaus, die man in der Schale unter der Linse verschieben und genau studieren konnte.© Sabine Bornemann
Für Groß und Klein wurde bei diesem Sommerfest sehr viel geboten: Hier konnte man sich, ohne die Gefahr gebissen zu werden, das unermüdliche Treiben von Waldameisen aus der Nähe ansehen.© Sabine Bornemann
Manchmal ergatterten die Kinder auch ein paar Kaulquappen mit ihren Keschern.© Sabine Bornemann
Für die Kinder waren die Frösche allerdings viel attraktiver. Deren durchdringendes Gequake waren schon von weitem zu hören.© Sabine Bornemann
Das fruchtig-grüne Ambiente lud einige Gartenfreunde zum Fachsimpeln ein.© Sabine Bornemann
Zum Auftakt des Sommerfestes an der Biologischen Station in Lembeck spielten mehrere Bläsergruppen von der Gesamtschule Wulfen unter Leitung von Musiklehrer Thomas Klemme auf.© Foto: Sabine Bornemann

Die Teamarbeit zwischen den Projektpartnern wurde von allen Seiten sehr gelobt. Schon steht bei Haltern mit den ehemaligen britischen Truppenübungsplätzen „Borkenberge“ (18 Quadratkilometer) und Geisheide (14 Quadratkilometer) eine neue gemeinschaftliche Herausforderung bevor, um die dort noch erhaltene typische Heidelandschaft und Fauna langfristig zu schützen. Ungeachtet dieser politischen Dimension genossen die Besucher des Sommerfestes an der Lembecker Bio-Station das reichhaltige Angebot an Spiel, Spaß und Informationen.

Lesen Sie jetzt