Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Dorstener bedrohte Schwangere mit Messer

Zwei Jahre Haft

DORSTEN Die Beziehung mit dem Dorstener Angeklagten war eine Tortur für die 24-jährige Bottroperin. Auch, als die 24-Jährige schwanger wurde, hörten die Übergriffe nicht auf: "In seiner Eifersucht hielt er mir Küchenmesser an den Hals und an den Bauch".

von Von Michael Klein

, 12.08.2010

„Warum haben sie dann zwei Jahre lang alles mitgemacht?“, fragte Richterin Regine Heinz. „Ich weiß es selbst nicht, wahrscheinlich hatte ich zu viel Angst vor meinem Ex-Freund“, antwortete die junge Frau. Denn der 27-jährige Türke, der gestern auf der Anklagebank des Dorstener Amtsgerichts saß, konnte sehr gewalttätig werden. „Anfangs war er nett, doch drei Monate, nachdem ich bei ihm eingezogen war, ging es los.“ Schläge bekam die Zeugin, „nicht jeden Tag, eher alle zwei Wochen, je nachdem, wie seine Laune war.“

Auch, als die 24-jährige schwanger wurde, hörten die Übergriffe nicht. „In seiner Eifersucht hielt er mir Küchenmesser an den Hals und an den Bauch“, sagte die Bottroperin aus. „Er bezeichnete mich als Schlampe und warf mir vor, das Kind sei nicht von ihm.“ Wenn sie Überstunden machen musste, dichtete ihr Freund ihr eine Affäre mit ihrem Chef an.   „Ich habe sogar meine Ausbildung deswegen abgebrochen.“ Nicht nur diese Bedrohungen, sondern auch mehrfaches Fahren ohne Fahrerlaubnis, das unerlaubte Mit-Sich-Tragen einer Schreckschusspistole und Betrug wurden dem Dorstener, der ein ellenlanges Vorstrafenregister hatte, vorgeworfen.

So bekam seine Ex-Frau, mit der er zwei Kinder hat, eines Tages die Rechnung eines Internet-Händlers. Unter ihrem Namen und mit gefälschter Unterschrift waren Waren im Wert von mehr als 200 Euro bestellt und an die Adresse des Angeklagten geliefert worden. Auch die ehemalige Ehefrau sprach „von körperlicher Gewalt“ in den eigene vier Wänden. „Ich bin nach der Scheidung nicht ohne Grund mehr als 100 Kilometer weit weg gezogen.“ Zu zwei Jahren Haft und drei Jahren Führerschein-Sperrfrist verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten. 1800 Euro Geldstrafe bekam seine Mutter: Sie hatte es zugelassen, dass der Sohn ihren Fiat fuhr, obwohl sie wusste, dass er keinen Führerschein besaß. Pech für sie: Ein Mitarbeiter der Dorstener Ausländerbehörde hatte die 60-Jährige zwei Mal auf dem Beifahrersitz gesehen, während ihr Sohn mit dem Wagen den Westwall befuhr.

Lesen Sie jetzt