Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Dorstener sollen Eimer auskippen, um Brunnen zu retten

Am 30. Juni

Kreative Idee der Sparkasse Vest, um die Marktbrunnen weiter zu bewirtschaften: Für jeden am Samstag in den Wallgraben ausgeleerten Eimer Wasser spendet die Sparkasse für diesen Zweck 50 Cent.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 27.06.2012
Dorstener sollen Eimer auskippen, um Brunnen zu retten

Ralf Müller-Sylvester, Vera Balser und Matthias Feller von der Stadtsparkasse vest Dorsten machen es vor: Für jeden ausgeleerten Wassereimer spendiert das Bankinstititut am Samstag 50 Cent als "Brunnengeld".

Trockene Brunnen auf dem Marktplatz? Für die Sparkasse Vest Dorsten undenkbar. Deswegen hat sich Chef Matthias Feller für den Samstag eine feuchtfröhliche Überraschung ausgedacht. Bereits vor einigen Tagen hatte die Sparkasse Vest als einer der Hauptsponsoren von „WDR 2 für eine Stadt“  angekündigt, eine spezielle Aktion an dem Veranstaltungstag zu starten. Die Idee, die von 10 bis 15 Uhr an der Evangelischen Johanneskirche umgesetzt wird, hat mit ganz viel Wasser zu tun: Für jeden Eimer, den die Dorstener Bürger in der Wall- und Grabenanlage ausleeren, spendet das Bankinstitut 50 Cent für die Bewirtschaftung der Marktbrunnen. Da die Unterhaltung der beiden Brunnen eine freiwillige Leistung der Stadt sind, will die Verwaltung ab dem kommenden Jahr kein Geld mehr für die Brunnen-Wasser und -Reinigung ausgeben – Teil der Haushaltssanierungspläne, die der Rat am Mittwoch abgenickt hat.

„Mit unserer Spendenaktion übernehmen wir Verantwortung in der Stadt“, erläutert Matthias Feller. Und außerdem hat das Ganze auch eine historische Komponente: Denn bis zum Umzug des Bankhauses vom Markplatz an die Julius-Ambrunn-Straße vor wenigen Jahren ist die damalige Kreissparkasse für den Tisa-Brunnen am Alten Rathaus aufgekommen. „Der war in den 1960er-Jahren ein Geschenk des Bankhauses an die Stadt“, sagt Matthias Feller. „Das Wasser kam aus einem Brunnen unter der Sparkasse.“ Wenn alle Brünnlein fließen, so muss man trinken – heißt es in einem alten Volkslied. Damit die Marktplatz-Brünnlein weiter fließen, muss man am Samstag Eimer schleppen. „Wir haben genügend vorrätig“, ruft Matthias Feller zur Teilnahme auf. Auf dem Platz neben der Johanneskirche wird das kühle Nass per Wasserschlauch in die Eimer gefüllt, über einen roten Teppich geht es dann zum Wall-Graben. Da die Stadt pro Brunnen rund 1000 Euro an Unterhaltungskosten angesetzt hat, werden jeweils 2000 auszuleerende Wassereimer benötigt. „Der Tisa-Brunnen hat Priorität, wenn sich genügend Dorstener beteiligen, wird aber auch der andere Brunnen von uns gesponsert“, verspricht Matthias Feller.

Bis 15 Uhr läuft das Brunnen-Wasser-Projekt, allerdings: „Wir haben uns eine finanzielle Obergrenze gesetzt“, so Feller. Denn für alle acht oder neun Brunnen im Dorstener Stadtgebiet möchte die Sparkasse Vest bei aller Liebe dann doch nicht in den nächsten Jahren als Wasserspender auftreten.

Lesen Sie jetzt