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Dreigänge-Menü für einen Euro

WULFEN Bei der Auswahl ihrer Gäste kennt Ingrid Sontowski kein Pardon: „Hier kommt man nur mit Hartz IV und Dorsten-Pass rein. Und wer betrunken ist, der kann gleich die Klinke wieder in die Hand nehmen“, sagt die Küchen-Chefin der Dorstener Tafel.

von Von Michael Klein

, 07.08.2008
Dreigänge-Menü für einen Euro

Den Gästen an der Dorstener Tafel schmeckt es sehr gut.

Jeden Montag und Mittwoch steht die 64-Jährige mit ihren ehrenamtlichen Mitstreiterinnen in der Vereins-Küche an der Dimker Allee 20. Heute gibt es gemischten Salat, eine Linsensuppe als Hauptgericht und einen Obstsalat als Nachspeise. „Die Zutaten bekommen wir von mehreren Geschäften. Vor allem Lidl gibt uns viel“, sagt Ingrid Sontowski.

Nur das Fleisch muss meistens hinzu g ekauft werden. 180 Euro steht der Küchen-Crew dafür im Monat zur Verfügung. „Da kann ich nur im Sonderangebot kaufen“, erzählt Ingrid Sontowski, die zweite Vorsitzende des Vereins „Dorstener Tafel“. Denn die Einnahmen sind gering. Nur ein Euro kostet das Drei-Gang-Menü für die Gäste. 20 bis 25 Bedürftige kommen regelmäßig vorbei. „Anfang des Monats sind es eher weniger, denn da gibt es Geld.“ Ab dem 15. rappelt es im Karton: „Dann ist die Hütte hier richtig voll.“ Morgens um 8.30 Uhr haben sich Ingrid Sontowski, Sandra Hussein, Elke Damm, Marlies Zeuschner und Inge Lasarz in der Küche getroffen. Haben die Linsensuppe mit Würstchen-Einlage zubereitet und die Salate geschnibbelt. Um 12.30 Uhr mussten sie fertig sein, denn ihre Gäste warteten schon mit hungrigen Mägen.

„Meist sind es allein stehende Männer, wir haben aber auch eine Familie mit kleinen Kindern als Stammgäste dabei.“ Schulkinder sind kaum mehr dabei. „Die haben jetzt die Ganztagsbetreuung“, erzählt Ingrid Sontowski. Den engagierten Frauen der Dorstener Tafel sind ihre Gäste richtig ans Herz gewachsen. „Hier hat sich über die Jahre eine richtig gute Stamm-Kundschaft entwickelt. Die sind alle sehr freundlich.“ Und wenn einer mal länger nicht vorbeikommt, machen sich die Damen von der Tafel richtig Sorgen. Weniger Sorgen hätte Ingrid Sontowski, die über ihre Mitarbeit in der Kirchengemeinde zum Verein gekommen ist, übrigens auch, wenn sie noch ein bisschen mehr Unterstützung bekäme. „Wir suchen dringend Verstärkung“, sagt sie. Ausgebildete Köchin muss aber nicht sein. Wer bei der Einrichtung mitarbeiten möchte: Ingrid Sontowski hat früher ein Bus-Unternehmen geleitet.  Wer bei der Dorstener Tafel mithelfen möchte, kann sich an Ingrid Sontowski unter Tel. (02369) 20 87 99 wenden.

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