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Ehrenamtler kümmern sich um Gahlener Bänke

Heimatverein

Was andernorts kommunale Mitarbeiter erledigen, das ersparen zwei Gahlener seit fünf Jahren dem Schermbecker Bauhof: Die beiden Heimatvereinsmitglieder Herbert Gülker und Wolfgang Jörgens sorgen dafür, dass sich die Bänke im Gahlener Gemeindegebiet stets in ordentlichem Zustand befinden.

Schermbeck

, 25.10.2016
Ehrenamtler kümmern sich um Gahlener Bänke

Einmal jährlich schauen Herbert Gülker und Wolfgang Jörgens (v.l.) nach, ob an einer der etwa 25 Bänke etwas nachgebessert werden muss. Regelmäßig werden die Bänke mit Lasurfarbe wetterfest gemacht.

Als im Frühjahr 2011 die Vogel-Voliere von Mitgliedern des Heimatvereins am Mühlenteich gebaut wurde, begannen Gülker und Jörgens mit der Betreuung Gahlener Bänke. Im Heimatverein werden sie unter dem Team-Namen „Bank-AG“ geführt. Der Start der Bankpflege war mit besonders viel Arbeit verbunden, weil die meisten Bänke, die seit den 1990er-Jahren aufgestellt wurde, unter dem „Zahn der Zeit“ stark gelitten hatten. Gülkers Garage am Heckenweg wurde zur „Bank-Klinik“. Dort wurden die Bänke zerlegt, die Bretter mit einem Bandschleifer von Farbe und Lack befreit und anschließend mit einer Lasur wetterfest gemacht. Beim Zusammenbau wurden verrostete Schrauben durch Edelstahlschrauben ersetzt. Mit einem Winkelschleifer und einer Topfbürste wurden Bankfüße gereinigt und neu beschichtet.

„Es muss trocken sein“

In den darauffolgenden Jahren konnten sich Gülker und Jörgens das Zerlegen in der „Bank-Klinik“ ersparen. Jetzt sind sie als mobile Arbeitsgruppe unterwegs. Handwerkszeug und Farben werden per Handkarre von Bank zu Bank transportiert. „Es muss trocken sein, sonst hält die Farbe nicht“, begründet Herbert Gülker das Warten auf trockene Witterung. Meist beginnen sie im Mai oder Juni mit ihrer Arbeit. Die meisten der 25 Bänke stehen im Umfeld des Dorfmühlenteiches und am Hang zwischen Friedhof und Parkplatz Törkentreck. Aber auch Bänke am Wesel-Datteln-Kanal und am Kneipp-Tretbecken im Aap werden regelmäßig überprüft.

„Heinz-Marten-Gedächtnisbank“ 

Über die Bank in Östrich können die Handwerker sogar eine Geschichte erzählen. Heinz Marten hatte sich als Rentner vor eineinhalb Jahrzehnten eine Bank gewünscht. HV-Geschäftsführer Herbert Gülker nahm mit der Stadt Dorsten Kontakt auf und konnte schließlich erreichen, dass die Stadt eine Bank zur Verfügung stellte. Als die stand, war Heinz Marten gestorben. Gepflegt wird die „Heinz-Marten-Gedächtnisbank“ aber noch immer von der Gahlener „Bank-AG“. Nicht nur Bänke, sondern auch banknahe Mülleimer, die das inzwischen verstorbene HV-Mitglied Hermann Boveland gestrichen hatte, werden von Gülker und Jörgens unter die Lupe genommen. An vielen Stellen löste sich die Farbe. Gülker und Jörgens haben begonnen, die gesamte Farbe bis auf das verzinkte Blech abzuschleifen. Auch vermoosten Drahtgeflecht-Bänken rücken Gülker und Jörgens zu Leibe.

Ihr Tun macht den Männern richtig Spaß, besonders, wenn ein Gahlener vorbeikommt und sich mit flüssiger Kost bedankt. Weniger vergnügt schauen sie, wenn Vandalen unterwegs waren. Dass man Dinge, die von Ehrenamtlern für die Allgemeinheit mühselig herausgeputzt werden, mit Messern anritzt, können die beiden nicht verstehen. Erst recht nicht die Motivation jener, die Bankbretter ankokeln oder durchbrechen.

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