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Eine Bierflasche ins Gesicht geschlagen

Prozess am Landgericht

Die Tat war brutal, der Auslöser eine Beleidigung: Seit Freitag (14.11.) muss sich ein 32-jähriger Dorstener vor dem Essener Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Dorsten/essen

14.11.2014

Er hat einen Bekannten mit einer Bierflasche niedergeschlagen, weil seine tote Mutter angeblich als Hure bezeichnet wurde. Es passierte am Kanal, direkt unter der Eisenbahnbrücke. Der Angeklagte gehörte zu einer Gruppe, die sich die Zeit vor allem damit vertrieb, Körper und Geist mit Bier und Schnaps zu vergiften. Und so war es wohl auch kein Wunder, dass es zum Streit kam. Wie es heißt, soll der Angeklagte ausgerastet sein. Er griff zu einer vollen Bierflasche und schlug einem der anderen Männer damit ins Gesicht. Später trat er wohl auch noch zu. Eine Zeugin, die damals dabei war, gab später diese Sätze zu Protokoll: „Er ist auf ihn zugelaufen und hat ihm mit voller Wucht vor den Kopf getreten. Er hat ihn getreten, wie einen Fußball. Ich dachte, der bringt den um.“

Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen. Die Ärzte stellten später einen Trümmerbruch des Mittelgesichts fest. Der Mann musste sogar in die Gesichtschirurgie nach Recklinghausen verlegt werden. Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte ein weit gehendes Geständnis abgelegt. Der Ausraster war ein weiterer Tiefpunkt in seinem ohnehin völlig aus der Bahn geratenem Leben. Der 32-Jährige hat weder einen Schulabschluss noch eine Ausbildung. Kaum erwachsen, saß er das erste Mal im Gefängnis. Später kamen noch zwei weitere Haftaufenthalte hinzu. Seine Verurteilungen belaufen sich schon jetzt auf insgesamt fast fünf Jahre Haft. Seine einzige Hoffnung ist eine Therapie. Das sieht auch der Bewährungshelfer so, der ihn bis zu seiner erneuten Festnahme begleitet hat. Er sagte im Prozess: „Die Haft ist wirkungslos geblieben. Wenn er sich weiterentwickeln will, muss er seine Sucht in den Griff bekommen.“  Der Prozess wird fortgesetzt.

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