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Eine untrennbare Einheit mit langer Tradition

Kirmes und Schafsmarkt

Am Wochenende (21./22.8.) veranstaltet der Heimatverein Gahlen seine traditionelle Kirmes, die in gewohnter Weise mit dem Schafsmarkt verbunden wird.

GAHLEN

von Von Helmut Scheffler

, 19.08.2010
Eine untrennbare Einheit mit langer Tradition

Am Sonntag kann man wieder Schafe ersteigern.

„Die Tradition des Schafsmarktes geht bis ins Jahr 1514 zurück und ist wohl eine Erinnerung an die Einweihung des damals neu errichteten Kirchengebäudes“, stellt der Gahlener Heimatverein auf seinem Flyer fest, den er im Vorfeld der Kirmes herausgegeben hat. Vor dem Ersten Weltkrieg feierten die Gahlener ihre St. Pankratius-Kirmes, benannt nach dem Schutzpatron ihrer Dorfkirche. Eine Zeit lang wurde sie im Mai gefeiert. Aber schon vor dem Ersten Weltkrieg beschloss man, die Kirmes mit dem Schafsmarkt im August zu verbinden, wie es auch heute noch praktiziert wird.

Wie beliebt die Kirmes war, belegt die „Dorstener Volkszeitung“ (heute Dorstener Zeitung) vom 21. August 1930. In dieser Ausgabe kündigte das Postamt Dinslaken an, dass wegen der Kirmes am 24. und 25. August 1930 „vermehrte Autobusfahrten zwischen Gahlen und Dorsten“ stattfinden würden. Da können die heutigen Gahlener fast neidisch werden: Der letzte Bus ab Gahlen in Richtung Gartrop, Hünxe, Dinslaken fuhr an beiden Tagen um 0.30 Uhr, ab Gahlen in Richtung Schult im Anker und Dorsten um 23.40 Uhr. Der am 5. Februar 1950 gegründete Heimatverein Gahlen griff das uralte Brauchtum auf. Schafsmarkt und Kirmes wurden trotz räumlicher Trennung zu einer untrennbaren Einheit. Die Presse berichtete bereits 1954 von der „Schopskärmes“, verbunden mit einem Viehhandel.

Bei Benninghoff hatte sich ein Händler eingefunden, der drei Schafe und Junghennen zum Verkauf anbot. Um die Schafskirmes attraktiver zu gestalten, wurde in der Mitte der 1950er Jahre der Frühschoppen am Kirmesmontag mit einer Bauernversammlung verbunden. Schwieriger gestaltete sich der Versuch, Fahrgeschäfte zu gewinnen. Nach der verregneten Kirmes 1963 und dem Tod des Heimatvereinsvorsitzenden Willi Erley ebbte das Kirmesgeschehen ab. Den allmählich in Vergessenheit geratenen Schafsmarkt belebten die Junggesellenvereine im August 1969.