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Fachkräfte in der Altenpflege sind Mangelware

Angebot schrumpft

DORSTEN Die Nachfrage nach Fachkräften in der Altenpflege wächst, doch das Angebot schrumpft: Deshalb appelliert Karsten Bomheuer, Leiter des Fachseminars Altenpflege in Dorsten, an die Pflegeeinrichtungen, weitere Ausbildungsplätze anzubieten.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 11.08.2010
Fachkräfte in der Altenpflege sind Mangelware

Auch Haare bürsten gehört zu den Aufgaben, die Berran Avci während ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin in St. Anna erledigen muss. Ruth Brauner lässt´s sich gerne gefallen.

Vier Kurse mit rund 25 Teilnehmern pro Jahr aus dem gesamten Kreis Recklinghausen und dem angrenzenden Münsterland zählt das Dorstener Fachseminar Altenpflege, das beim Bildungswerk der Caritas Ahaus angesiedelt ist. Die Theorieblöcke werden im Fachseminar an der Marienstraße 18 abgehalten, die Ausbildungsbetriebe aber sind die Altenheime, bei denen die Auszubildenden seit der Neuregelung des Altenpflegegesetzes 2004 eingestellt werden.

Ein zeitlich und finanziell verbindlicher Aufwand, den manches Heim scheut: „Manche wollen und manche können nicht“, würde sich Karsten Bomheuer mehr Plätze für die Ausbildung des Nachwuchses wünschen. Bewerber gibt es noch. „Noch“, wie der Fachmann betont, „denn die Rahmenbedingungen haben sich wahrlich nicht verbessert: Finanziell wenig attraktiv, körperlich anstrengend, aufreibende Schichtarbeit – diese Fakten klingen nicht verlockend. „Allein erziehende Frauen haben oft Probleme, ihre Kinder am Wochenende unterzubringen“, weiß Gabriele Janzen, Leiterin des privaten Seniorenzentrums Südwall. Sechs Leute werden zurzeit in ihrer Einrichtung ausgebildet. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, in Dorstener Schulen über unsere Arbeit zu informieren“, hat so mancher Interessent über ein Praktikum den Weg in die

Marlies Bayerl, Pflegedienstleiterin vom Haus am Kamin und Haus Keller, setzt auf ein stabiles Mitarbeiterteam: „Wir bauen unseren eigenen Fachnachwuchs auf“, beschäftigt sie pro Haus einen Auszubildenden. Dem drohenden Pflegenotstand will sie offensiv begegnen: „Nicht stöhnen, sondern handeln“, tritt auch sie für größere Ausbildungsaktivitäten ein. Zuverlässige Kooperationspartner für das Fachseminar Altenpflege sind seit vielen Jahren die Caritas-Seniorenheime St. Anna und St. Laurentius Lembeck, die insgesamt vier Ausbildungsplätze stellen: „Wir freuen uns, wenn wir jungen Menschen eine Perspektive geben können“, weiß Leiterin Sandra Richert, dass schließlich auch die Einrichtungen von gut qualifizierten Kräften profitieren.

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