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Freundschaft mit Hod Hasharon liegt auf Eis

Städtepartnerschaft

DORSTEN/HOD HASHARON Funkstille. Alle Bemühungen, die brachliegende Partnerschaft mit der israelischen Gemeinde Hod Hasharon auf offizieller Ebene zu beleben, sind bislang gescheitert. Erste Stimmen, die Verbindung zu beenden, werden laut.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 09.08.2010
Freundschaft mit Hod Hasharon liegt auf Eis

Beim letzten persönlichen Treffen in Hod Hasharon im Februar 2007 marschierten die beiden Bürgermeister Lütkenhorst und Adiv noch im Einklang. Mittlerweile ist die Harmonie zwischen den Partnerstädten gestört.

Bürgermeister Lütkenhorst hingegen liegt viel daran, den Kontakt weiterzuführen. „In unserer Stadt, in der das Jüdische Museum Westfalen zu Hause ist, wäre ein reger Austausch zu Israel wünschenswert“, will er jetzt auf Anregung der Israel-Stiftung des Kreises noch einmal einen neuen Anlauf wagen: Die Stiftung unter Leitung des Regierungspräsidenten Peter Paziorek regt nämlich eine Initiative an, mit konkreten Projekten den Jugendaustausch anzukurbeln.

Zu diesem Zwecke sollen die Bürgermeister der Städte Recklinghausen, Marl und Dorsten, die mit Akko, Herzlia bzw. Hod Hasharon israelische Partnerschaften unterhalten, demnächst zu Gesprächen ins Heilige Land reisen. „Da könnten wir dann in Hod Hasharon noch einmal kräftig an die Rathaustür pochen“, hofft Lütkenhorst, endlich ein Signal zu bekommen, ob die israelischen Partner an einem Kontakt zu Dorsten überhaupt noch interessiert sind.

Als er im März 2008 bei Bürgermeister Hai Adiv in Hod Hasharon „angeklopft“ hatte, blieben die Türen verschlossen. Lütkenhorst hatte an einer internationalen Kommunalkonferenz in Jerusalem teilgenommen und wollte die Gelegenheit für einen Abstecher ins nahe gelegene Hod Hasharon nutzen, doch das vereinbarte Treffen wurde kurzfristig abgesagt.   „Ich bin sehr enttäuscht, zumal bis heute keine Entschuldigung oder Erklärung für dieses Verhalten bei uns eingegangen ist“, muss er sich in Dorsten verstärkt der öffentlichen Diskussion um den Fortbestand der Partnerschaft stellen.

Offizielle Kontakte sind seither Fehlanzeige: „Ein Ratsmitglied aus Hod Hasharon hat im vergangenen Jahr Interesse an einer Kooperation mit uns in Sachen Umwelttechnologie gezeigt und Gisela Paul vom Verein Regenbogenwerkstatt war jetzt im Juli 2010 in Israel, um mit palästinensischen und Dorstener Jugendlichen in Bethlehem ein Malprojekt durchzuführen“, bestätigt Ludwig Küpers – im Bürgermeisterbüro zuständig für die Städtepartnerschaften – die überschaubaren Kontakte jenseits der stillliegenden offiziellen Schiene.   Doch welche Gründe stecken hinter dem nachlassenden Interesse? Die umstrittene israelische Politik allein kann’s nicht sein: „Recklinghausens Partnerschaft mit Akko und Marl mit Herzlia laufen doch auch gut“, vermuten Lütkenhorst und Küpers die Ursachen eher im Umfeld von Bürgermeister Adiv.

„Bei unserer letzten persönlichen Begegnung im Februar 2007 in Hod Hasharon wurde unmissverständlich deutlich, dass unsere Partner ein deutliches politisches Pro-Israel-Bekenntnis von uns erwarten“, favorisiert Lütkenhorst hingegen die Entwicklung humanitärer Perspektiven: „Unter Partnern müssen auch Wahrheiten gesagt werden können.“ Jetzt hoffen die Dorstener Partner darauf, dass die vorgesehene Initiative der Israel-Stiftung ein Ende der Funkstille bewirken kann.   Sollte dies nicht gelingen, will Lütkenhorst auf eigene Faust aktiv werden: „Dann fahre ich noch einmal persönlich nach Hod Hasharon, um Tacheles zu reden.“

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