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Große Ehre für Gustav Sack

Ausstellung in Oelde

Eine Ausstellung im "Museum für Westfälische Literatur Haus Nottbeck" in Oelde-Stromberg: ein schöneres vorgezogenes Geschenk zu seinem 125. Geburtstag am 28. Oktober hätte sich Schermbecks Dichter Gustav Sack zu Lebzeiten nicht erträumen können.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 29.08.2010

Etwa 50 Literatur-Interessenten kamen Freitagabend ins Haus Nottbeck. Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Enfant terrible und Mythos der Moderne“ begrüßte Professor Walter Gödden, der Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, auch eine etwa 20-köpfige Schermbecker Delegation. "Der westfälische Roman des 20. Jahrhunderts" In seinem Einführungsvortrag machte Professor Gödden auf Gustav Sacks literarische Bedeutung aufmerksam. Sein Werk stehe in der Ahnenfolge der „mächtigen Skurrilen“ von Wilhelm Raabe zu Franz Kafka. Neben Hatzfelds „Franziskus“ werde Gustav Sacks Roman „Ein verbummelter Student“ als „der westfälische Roman des 20. Jahrhunderts schlechthin“ verehrt. „Die experimentell-moderne literarische Haltung des Schermbecker Dichters und seine antibürgerlich-existentialistischen Lebensweisen wirkten auf seine Zeitgenossen faszinierend“, stellt Gödden fest. Die Führung durch die Ausstellungsräume übernahm der Schermbecker Literaturwissenschaftler Steffen Stadthaus, der eine - allerdings anders gestaltete - Ausstellung bereits im Rahmen der „Local Heroes“-Woche im Februar 2010 im Schermbecker Heimatmuseum gestaltet hatte und damals viel Lob von Fritz Pleitgen, dem Geschäftsführer der „Kulturhauptstadt 2010“ erntete. Die Raumgestaltung im Haus Nottbeck übernahm die Münsteranerin Svenja Limke; es war ihre erste größere Arbeit als junge Diplom-Designerin.  Bei der Gestaltung ließ sie sich vom Leben des Dichters und des Umgangs mit seinem Nachlass leiten. Einen Teil seines Lebens hat der im Alter von 31 Jahren an der rumänischen Kriegsfront in Rumänien gefallene Dichter in vielen Schützengräben verbracht. Zum Notieren von Gedanken benutzte er auch schon vergilbtes Papier. Manche Nachlassstücke wurden in Pappkartons aufbewahrt. Der gesamte Ausstellungsraum (inklusive Fenster) wurde mit Packpapier tapeziert; schwaches künstliches Licht erweckt eine leicht schummerige Atmosphäre.Exponate wurden chronologisch geordnet Die Vielzahl der Exponate, die Steffen Stadthaus im Rahmen mehrerer Besuche im Deutschen Literaturarchiv in Marbach entdeckte und von dort zum Teil im Original für die Ausstellung ausleihen konnte, wurden chronologisch geordnet. In Augenhöhe kann man die mit Bildern und Dokumenten belegten Lebensstationen des Dichters über drei der vier Wände verfolgen. Parallel zu diesem Streifen sind jeweils Werkauszüge gesetzt worden, sodass beim Rundgang ein sehr informativer Überblick über Sacks literarisches Schaffen ermöglicht wird.   Ein dritter paralleler Zeitstrahl ergänzt die jeweiligen politischen und kulturellen Rahmenbedingungen, den gesamten Zeitgeist des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Thomas Strauch von der Universität Bielefeld erstellte einen Kurzfilm zu Gustav Sack. Hörstationen und Mediensäulen bieten weitere Möglichkeiten des Zugangs zum Dichter.Applaus für Schermbecker Gesamtschüler Viel Applaus erhielten die Schermbecker Gesamtschüler Raphael Stencel, Laura Weihrauch, Lucas Nisbach, Anna-Sophie Platte und Sarah Gilbert, die mit drei Lehrern nach Oelde fuhren und dort in mehreren kurzen Szenen Gustav Sacks Werk vorstellten. Die Ausstellung bleibt bis zum 9. Januar in Oelde. Etwa ab Mai 2011 soll sie ins Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut verlegt werden.

  • Das 2001 eröffnete Museum in Oelde-Stromberg (Landrat-Predeick-Allee 1) erreicht man, wenn man von Schermbeck aus über die A 31 in Richtung Bottrop fährt und der A 2 über das Kamener Kreuz hinaus in Richtung Hannover bis zur Abfahrt Nummer 22 (Herzebrock-Clarholz) folgt. Nach der Abfahrt biegt man rechts ab. Nach etwa einem Kilometer weisen Schilder auf das Haus Nottbeck hin.
  • Das Museum ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Telefonisch ist das Haus Nottbeck unter Tel. (02529) 94 55 90 erreichbar. An den Wochenenden und an Feiertagen ist das „Kultur-Café“ von 14 bis 18 Uhr geöffnet.