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Gummi-Granulat gerät in die Schusslinie

Auf Kunstrasenplätzen

Giftiges Gummi-Granulat auf Kunstrasenplätzen sorgt zurzeit in den Niederlanden für Angst vor massiven Gesundheitsgefahren. Besteht auch bei den zwei „granulatbestreuten“ Dorstener Spielflächen Grund zur Sorge? Wir fragten nach.

Dorsten

, 12.10.2016
Gummi-Granulat gerät in die Schusslinie

Das schwarze Gummi-Granulat aus recycelten Altreifen zwischen den grünen Kunststofffasern sorgt nicht nur für positive Schlagzeilen.

Der TV-Bericht in den Niederlanden besagt, dass 90 Prozent der 3000 Kunstrasenplätze mit einer Gummi-Granulat-Verfüllung ausgestattet sind, die aus alten Autoreifen hergestellt wird, die Weichmacher-Öle enthalten. Diese Öle beinhalten sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige krebserregend sein sollen.

Vor allem Torhüter gefährdet

Laut des Berichts sollen vor allem Torhüter gefährdet sein. Die krebserregenden Stoffe können entweder über die Atemwege in Form kleinster Partikel oder über die Haut, zum Beispiel durch eine Schürfwunde nach einer Grätsche, aufgenommen werden. „Es scheint, dass das in Dorsten verwendete Granulat nicht die gleichen gefahrvollen Eigenschaften aufweist wie das in den Niederlanden üblicherweise verwandte“, antwortete die städtische Pressestelle auf unsere Anfrage. Im Gegensatz zu Holland gäbe es in Deutschland sogenannte Umwelt- und Humanverträglichkeitsanforderungen, nach DIN-Norm geregelt.

Die auch in Dorsten ansässige und international renommierte Firma für Altreifenrecycling „Genan“ (Stammsitz in Dänemark), die das Granulat für die beiden Kunstrasenplätze beim SV Dorsten-Hardt und SV Lembeck geliefert habe, verwende ausschließlich zertifizierte Materialien, die der DIN-Norm entsprechen. Jens Christian Henneberg, Verkaufs- und Marketingdirektor von Genan, bestätigte auf unsere Anfrage: „Wir liegen 100-fach unter den erlaubten Maximalwerten.“ Anzeichen auf eventuelle Gesundheitsgefährdung sind weder bei den Lembecker noch den Hardter Fußballspielern aufgetreten: „Unsere Rasenflächen werden ja erst seit dem Sommer bespielt, da ist es für irgendwelche Aussagen ja auch noch viel zu früh“, sind sich der Lembecker Thomas Bahde wie auch der Hardter Manager Dieter Pannebäcker einig.

Auf der sicheren Seite

Sie sehen sich auf der sicheren Seite, können sie doch alle nur möglichen Zertifikate für ihre Spielflächen vorweisen. Dass fast alle bedeutenden Kunstrasenbauer mit Genan zusammenarbeiten, bestärkt sie zudem in der Zuversicht, alles richtig gemacht zu haben. „Granulat hat die besten Spieleigenschaften und den geringsten Abrieb“, hält Thomas Bahde die teureren Alternativen Kork oder synthetischen Kautschuk nicht für geeignet. Dennoch hat die Stadt angekündigt, das Thema weiter zu verfolgen.

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