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Hallenbad Wulfen geht möglicherweise baden

1000 Freunde gesucht

Der Trägerverein für das Hallenbad Wulfen gerät ins Schwimmen. Denn die Stadt wird ihren jährlichen Zuschuss halbieren. "Wir brauchen jetzt 1000 Freunde, sonst muss das Bad geschlossen werden", sagt der 1. Vorsitzende Mirko Bernhardt. Viel Zeit bleibt nicht.

DORSTEN

von Von Stefan Diebäcker

, 15.06.2012
Hallenbad Wulfen geht möglicherweise baden

Das Hallenbad in Wulfen ist mächtig in Bedrängnis. Finden sich keine 1000 Freunde, geht das Bad baden.

Die Stadt möchte dem Verein das Hallenbad so schnell wie möglich übertragen. Das „Angebot“: Die bisherigen Kosten von 200 000 Euro für Unterhalt, Energie und Reparaturen müssen die Wulfener übernehmen, für den Schwimmunterricht der Schüler nördlich der Lippe gibt es aber einen jährlichen Zuschuss von 100 000 Euro. Sonst wird das Bad dicht gemacht, das Schulschwimmen müsste wohl drastisch reduziert werden. Schwimmtraining und Kurse gingen den Bach runter.Das alles möchte der Trägerverein naturgemäß nicht. Aber mit den bisherigen Strukturen ist der Fehlbetrag von 100 000 Euro nicht zu stemmen. „Die beiden Schwimmvereine und die beiden Behindertensportgemeinschaften haben ihre Mitgliedsbeiträge schon einmal erhöht, um den Trägerverein zu unterstützen. Mehr ist nicht zumutbar“, betont der Vorsitzende. Trotz zweier festangestellter Mitarbeiter und einiger 400-Euro-Kräfte: Ohne großes ehrenamtliches Engagement wäre das Bad wohl schon am Ende, jetzt allerdings muss noch schärfer kalkuliert werden.

Der Plan: 1000 „Freunde“, die mit ihrem Jahresbeitrag das Bad retten. Erwachsene sollen 120 Euro zahlen, Kinder die Hälfte, Familien 180 Euro. Dafür erhalten sie ein „exklusives Schwimmrecht“. Mit anderen Worten: Wer in Wulfen künftig während der öffentlichen Badezeit schwimmen möchte, muss Mitglied des Trägervereins werden. Ob die Rechnung aufgeht, weiß Bernhardt nicht. Bislang gibt es ja nur 130 private Unterstützer, die mit einem jährlichen Förderbetrag von 36 Euro helfen, den Verein über Wasser zu halten. Rund achtmal so viele „Freunde“ müssten es künftig sein, die zudem deutlich tiefer in die Tasche greifen. Um sie zu finden, rührt der Trägerverein auch in den Nachbarstädten Marl und Haltern die Werbetrommel. Ein erstes Signal erwarten die Wulfener bis zu den Ferien. „Wenn die Resonanz gut ist, machen wir weiter“, verspricht Bernhardt. Ansonsten dürfte das Bad bald Geschichte sein.

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