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Hecheln und gähnen in der Wulfener Musikwoche

Konzert im Gemeinschaftshaus

Zum 16. Mal studiert ein Chor der Wulfener Musikwoche ein Konzert ein. Bei den Proben machen sie sich die "Plumps-Gähn-Hechel"-Technik zu Nutze. Dann kann man tatsächlich besser singen.

WULFEN

von Von Berhold Fehmer

, 25.08.2010
Hecheln und gähnen in der Wulfener Musikwoche

"Plumps-Gähn-Hecheln": So heißt diese Übung, die die Teilnehmer der Wulfener Musikwoche zum Warmsingen absolvieren.

Der Körper sackt zusammen, die Hände werden nach vorn gestreckt. Der Hals wird geöffnet wie zum Gähnen, dabei allerdings gehechelt. „Plumps-Gähn-Hecheln“ nennt Chorleiter Wolfgang Endrös diese Einheit. Bei der die Sängerinnen und Sänger zwar unmöglich intelligent aussehen, dafür anschließend aber umso besser singen können. Zum 16. Mal studiert ein Chor der Wulfener Musikwoche ein Konzert ein. In dieser Woche sind unter den 86 Teilnehmern nicht nur viele bekannte Gesichter, sondern auch weit-angereiste (etwa aus Straßburg oder Berlin) und rund 20 neue Teilnehmer. Werke von Georg Friedrich Händel oder Kurt Weill werden bereits am Samstag um 20 Uhr im Gemeinschaftshaus aufgeführt – deshalb gilt es, wenig Zeit zu verlieren. Das merkt man dem musikalischen Leiter Wolfgang Endrös bei den Proben durchaus an. Sehr humorvoll, aber auch sehr bestimmt bringt er die Sängerinnen und Sänger an ihr Limit. Und das geht bereits beim Warmsingen los.

Da merkt Endrös schon nach wenigen Sekunden, wenn Töne nicht sitzen, der Hals nicht weit genug geöffnet ist, die Töne nicht richtig angesungen werden. Und schreitet sofort ein. Lässt die Teilnehmer immer wieder herzhaft gähnen, um die Halsmuskulatur zu lockern. Oder zeigt ihnen mit der Hand, wo der Ton oder der Vokal eigentlich sitzen müssten. Amüsant wird es immer, wenn Endrös die innere Einstellung vermittelt, die die Sänger bei der jeweiligen Passage haben sollen. Dass bei Tonwiederholungen der zweite Ton immer höher gesungen werden soll, um ein Absacken zu verhindern, vergleicht Endrös mit einem Biber, der sich mit den Zähnen in einen Baum fletscht und immer weiter hochzieht. So erfahren die Sängerinnen und Sänger auch, dass das Singen kleiner Terzen abwärts „saugefährlich“ ist. Und dass einstimmige Melodien nicht so einfach sind, wie erfahrene Chorsänger manchmal denken: „Da kann man ganz schön baden gehen.“

Am Samstag können sich die Besucher des Gemeinschaftshauses von dem Resultat der Probenarbeit ein Bild machen. Dann singt nicht nur der Chor der Musikwoche, sondern auch Stefanie Rodriguez (Sopran), Tenor Ulrich Wohlleb und Bariton Harald Martini. Begleitet werden sie von der Russischen Kammerphilharmonie. Der Konzertsaal wird dann zum Thema „Last Night of the Wulfen Proms 2010“ geschmückt sein. Sabine Bornemann: „Wir nehmen das ein bisschen auf die Schippe.“

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