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Heimatverein Lembeck schleuderte Honig

Bienen brauchen Hilfe

DORSTEN "Wenn mir ein Imker sagt, dass ihm die Stiche von Bienen nicht weh tun, glaube ich ihm das nicht." Sagt Wilhelm Wiethold, der es wissen muss. Schließlich ist er seit vielen Jahren Imker - auch für den Heimatverein Lembeck.

von Von Berthold Fehmer

, 02.08.2010

Am Bienenhaus auf der Streuobstwiese am Schluerweg entnahmen Wiethold und Peter Liebers gestern die Waben. Im Schutzanzug, um Stiche zu vermeiden. Aus den Waben wurde später im Keller von Heinz Liesen der Honig geschleudert. Der Honig hier habe schon eine besondere Qualität, sagt Wiethold, da die Gärten und Obstbäume in der Umgebung den Bienen viel Abwechslung böten. Selbst jetzt seien die Bienen noch unterwegs – bei seinen eigenen 24 Völkern auf dem heimischen Hof könne man das nicht mehr beobachten.

Vom allgemeinen Bienensterben sind aber auch die Tiere des Heimatvereins nicht verschont geblieben. Rund 20 bis 30 Prozent haben den Winter nicht überlegt, schätzt Wiethold. Die Ursache sei nicht hundertprozentig bekannt – die Beize bei der Maisaussaat steht im Verdacht, ebenso Monokulturen. Und auch Milben setzen den Bienen zu. Wegen letzterer wird im Bienenhaus demnächst 65-prozentige Ameisensäure verdampft, die für Bienen unschädlich, für Milben aber tödlich ist. Außerdem bekommen die Bienen zum Überwintern noch einen Eimer voll Zuckerwasser, als Ersatz für den „geraubten“ Honig.

Die Bienen einfach sich selbst zu überlassen, sei nicht mehr möglich, sagt Wiethold. „Wenn der Mensch nicht helfen würde, wäre die Biene in zwei Jahren weg.“ Umgekehrt gelte ähnliches. Dem Heimatverein sei wichtig, diese gegenseitige Abhängigkeit den Menschen bewusst zu machen, sagt Liebers. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Schulklassen vom Heimatverein-Angebot einer Führung durch das Bienenhaus Gebrauch machten. Genügend Schutzanzüge sind vorhanden.

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