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Hervester Runderneuerung angepeilt

HERVEST Die Zukunft eines ganzen Ortsteils steht auf dem Spiel: Mit dem Antrag auf Millionen-Zuschüsse für die Hervester „Runderneuerung“ konkurriert Dorsten mit 300 anderen Projekten um insgesamt 2,3 Milliarden Fördermittel.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 13.08.2008
Hervester Runderneuerung angepeilt

Frank Gläßner erläuterte Einzelheiten.

Maximal 22,5 Mio Euro an Zuschüssen des Landes und der Europäischen Union könnten bis 2013 nach Hervest fließen, falls der Antrag akzeptiert und das Dorstener Projekt ins Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen wird. 20 Prozent der Fördersummen muss die Stadt als Eigenanteil beisteuern. „Andere haben vielleicht Spektakuläreres zu bieten“, erklärte Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, „wir aber setzen darauf, dass wir deutlich machen können, dass spätestens mit der Schließung des Bergwerks Lippe und dem endgültigen Wegfall der Bergbau-Arbeitsplätze dringender Handlungsbedarf besteht.“ Schon heute gebe es in allen Bereichen erhebliche Defizite, auf die reagiert werden müsse: „Kulturell wie sozial, für Handel. Wirtschaft und Verkehr.“ Dies weise eine mehr als 250 Seiten starke Untersuchung der Dr. Jansen GmbH deutlich aus, die alle Aspekte berücksichtige und den gesamten Stadtteil betrachte. „Solche Handlungskonzepte sind heute als Basis für eine Förderung unverzichtbar“, betont Stadtplaner Bernd Lehmann, der den Dorstener Antrag samt dieser Studie bis zum 10. September beim NRW-Wirtschafts-Ministerium einreichen wird.

Sozialdezernent Gerd Baumeister macht mit Daten deutlich, wie wichtig dieser Förderantrag für Hervest ist: „Im gesamten Stadtgebiet liegt die Arbeitslosenquote bei 9,7 %, in Hervest jedoch bei 14,8 %. Und der Anteil der Minderjährigen, deren Familien von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe leben, beträgt in Hervest 27,3 %!“ Dass dabei die Daten aus dem Marienviertel und dem Dorf Hervest mit enthalten sind, täuscht statistisch noch über das wahre Ausmaß der Armut im Hervester Kernbereich zwischen Borkener Straße und Holtrichtersweg hinweg. Hat der Aufnahmeantrag ins Landesprogramm Erfolg, ist das keine Garantie, dass die komplette Fördersumme bewilligt wird. „Wir müssen dannjede Maßnahme einzeln beantragen“, verweist Stadtbaurat Frank Gläßner auf ein „Baukasten-System“. Zum Auftakt sollen 2009 1,6 Millionen fließen, die dann unter anderem dem Bau eines Hervester Jugendzentrums dienen würden. Einigen sich MGG, T-5-Investoren und Stadt auf einen Vertrag über die alte Zechenfläche, dann bieten sich dazu neue Optionen. Lütkenhorst: „Die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden.“

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