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Immer einen "Plan B" bereithalten

Tipps für "danach"

In gut einem Jahr haben die Schüler des Doppel-Abiturjahrgangs 2013 das Abschlusszeugnis in der Tasche. Doch schon jetzt kreisen ihre Gedanken um das, was danach kommt. Studium im In- oder Ausland, Berufsausbildung oder ein Soziales Jahr? Viele Schüler sind unsicher, wie es weitergeht.

DORSTEN

von Von Stefan Diebäcker

, 11.06.2012

 

Das St. Ursula-Gymnasium hat eine Abendveranstaltung für den Abiturjahrgang 2013 angeboten. Rund 120 Schüler und Eltern erhielten von Heinrich Hoffmann (Bundesagentur für Arbeit in Recklinghausen) Informationen aus erster Hand, konnten aber auch Fragen stellen.

Wir groß ist der doppelte Abiturjahrgang 2013 in NRW? Nach den Prognosen des Kultusministeriums werden knapp 180 000 Schüler im nächsten Jahr eine Studienberechtigung bekommen (Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife). Das sind etwa 55 000 mehr als in den Jahren zuvor. Rund 111 000 Schüler werden ein Studium beginnen wollen.

Wird es genügend Studienplätze geben? Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass für die Absolventen des Abiturjahrgangs 2013 "ausreichend und qualitativ hochwertige Studienplätze" zur Verfügung stehen. Ob ein Studium immer im Wunschfach oder am Wunschort realisiert werden kann, steht aber auf einem anderen Papier. Achtung:Für einige duale Studiengänge muss man sich schon jetzt bewerben.

Wie sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit einem Studium? Der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften wird steigen, sagt die Agentur für Arbeit. Der Zusatzbedarf an Akademikern könne bis zum Jahr 2020 bei weit über einer Million liegen. Schulabgängern des doppelten Abiturjahrgangs könne man bei entsprechenden Interessen und Fähigkeiten ein Studium also ganz klar empfehlen.

Wie wird das Angebot an Ausbildungsstellen im Jahr 2013 sein? Es gibt immer weniger Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Im kaufmännischen Bereich, in der IT, den anspruchsvollen Berufsbildern der Metall- und Elektroberufe und der Dienstleistungsbranche bleibt ein Teil der Ausbildungsplätze mangels geeigneter Bewerber unbesetzt. In den kommenden Jahren reduzieren sich die Schulentlasszahlen, abgesehen vom doppelten Abiturjahrgang, weiter. Der Fachkräftebedarf wird sich verschärfen. Deshalb, so die Agentur für Arbeit, werden gut qualifizierte Schulabgänger im Jahr 2013 mit hoher Wahrscheinlichkeit als künftige Fachkräfte gefragt sein. Achtung:Für manche Ausbildungsplätze muss man sich schon jetzt bewerben.

Was können Schüler, was können ihre Eltern jetzt schon tun? Bei der Suche nach dem geeigneten Studium oder der passenden Ausbildungsstelle kommt es darauf an, die eigenen Fähigkeiten und Interessen richtig einschätzen zu können. Lieblingsfächer, Hobbys, Freizeitaktivitäten - das kann schon helfen. Gespräche mit Eltern und Freunden, Erfahrungen aus Jobs und Praktika können Klarheit verschaffen. Selbsterkundungs- und Eignungstests gibt es bei der Agentur für Arbeit, aber auch an anderen Stellen im Internet.

Was tun, wenn es mit der Verwirklichung des Ausbildungs- oder Studiumwunsches nicht geklappt hat? Das Studium im Ausland kann eine Alternative sein. Besonders die Niederlande sind beliebtes Ziel deutscher Studenten, aber auch Österreich, Großbritannien und Frankreich (mit entsprechenden Sprachkenntnissen) sind angesagt. Ein Tipp: Belgische Universitäten haben einen hervorragenden Ruf.

Was gibt es noch für Alternativen? Es gibt viele Möglichkeiten, nach dem Abitur erst mal etwas anderes zu machen: ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr, der Internationale Jugendfreiwilligendienst oder der Bundesfreiwilligendienst. Einiges kann man sich als Praktikum für das Studium anrechnen lassen. Auch ein Au-Pair-Jahr im Ausland kann helfen, sich zu orientieren.

Was sollten Eltern ihren von G8 betroffenen Kindern raten? Sich für einen guten Abiturdurchschnitt anzustrengen kann sich ganz besonders lohnen. Aber: Zuviel Druck ist kontraproduktiv. Eltern können ihre Kinder auch ermutigen, sich über Angebote in anderen Bundesländern und im Ausland zu informieren. Manchmal brauchen Eltern hier Mut zum Loslassen, manchmal auch Informationen über die Lebenshaltungskosten, die vielerorts niedriger sind als in NRW-Ballungsräumen. Und Jugendliche sollten immer einen Plan B bereithalten, falls es mit dem Wunschstudium nicht klappt.

 

 

 

 

 

 

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