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Jeder Mensch kann pflegebedürftig werden

Vortrag über Pflegestufen

"Pflegebedürftig kann jeder werden", stellte Elke Leuth-Koch bei ihrem Vortrag im Rathaus fest. Auf Einladung von Nathalie Siegel, Leiterin der Beratungs- und Koordinierungsstelle der "NachBarschaftsBeratung", informierte sie über verschiedene Pflegestufen.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 20.08.2010
Jeder Mensch kann pflegebedürftig werden

Elke Leuth-Koch, Susanne Graaf, Sandra Gesing und Nathalie Siegel (v.l.) beantworten Fragen rund um Pflege.

Was nützt die kompetenteste Beratung, wenn kaum jemand kommt, um sich beraten zu lassen? Vor diesem Problem standen nun die Organisatoren eines Themenabends, der sich mit den Pflegestufen befasste. Auf vier Fachleute kamen lediglich acht Zuhörer ins Rathaus, um sich über die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und über die verschiedenen Pflegestufen informieren zu lassen. Als Leiterin der Beratungs- und Koordinierungsstelle der „NachBarschaftsBeratung“ (NBB) konnte Nathalie Siegel Elke Leuth-Koch von der AOK Rheinland-Hamburg für einen umfangreichen Vortrag gewinnen.

„Pflegebedürftig kann jeder werden“, stellte Leuth-Koch fest und machte deutlich, dass auch junge Menschen betroffen sein können. Die Betroffenen seien dann auf eine qualifizierte und zeitintensive Hilfe angewiesen. Seit dem 1. Januar 1995 gibt es in Deutschland eine Pflegeversicherung, die an die Krankenversicherung gekoppelt ist. Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung werden durch Beiträge finanziert, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte entrichten. In einem Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung wurde die Pflegereform 2008 an die Bedürfnisse der Menschen angepasst. Dabei ging es vor allem um das Bestreben, dafür zu sorgen, dass pflegebedürftige Menschen so leben, wohnen und betreut werden, wie sie es gerne möchten.

Leuth-Koch informierte über drei verschiedene Pflegestufen. Stufe I regelt eine erhebliche Pflegebedürftigkeit, Stufe II die Schwerpflegebedürftigkeit und III die Schwerstpflegebedürftigkeit. Wer eine häusliche Pflege in Anspruch nimmt, erhält je nach Stufe eine monatliche Pflegesachleistung im Wert von 440 bis 1510 Euro. Kosten für Pflegeaufwendungen erhält nur derjenige erstattet, der mindestens zwei Jahre Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt hat. „Pflegeversicherung ist keine Vollkaskoversicherung“, so Leuth-Koch. Im Alltag kämen viele Dinge zur Steigerung des Lebenskomforts hinzu, für die es keine Zuschüsse der Krankenkassen geben könne. Ferner stellte Leuth-Koch das Verfahren zur Ermittlung der Pflegebedürftigkeit ausführlich vor.