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Jugendherberge Lembeck schließt Ende Oktober

Zu wenige Übernachtungen

Nach 64 Jahren ist jetzt plötzlich Schluss: Die Jugendherberge Herrlichkeit Lembeck (Im Schöning 83) wird zum 31. Oktober geschlossen. Gründe sind die in den letzten Jahren stark zurückgegangenen Übernachtungszahlen sowie der hohe Investitionsbedarf in dem 107-Betten-Haus.

Lembeck

, 13.10.2016
Jugendherberge Lembeck schließt Ende Oktober

Die Jugendherberge in Lembeck wird Ende Oktober 2016 geschlossen.

Dies erklärte Simon Drath, Pressesprecher des Deutschen Jugendherbergswerks, Landesverband Westfalen-Lippe, auf Anfrage unserer Zeitung. Wie es mit der Immobilie weitergeht, ist noch nicht klar. „Uns ist es wichtig, dass es zu einer sinnvollen Folgenutzung kommt“, so Simon Drath.

In Abstimmung mit der Stadt

Eine Entscheidung über die weitere Verwendung der Gebäude werde der DJH-Landesverband „in enger Abstimmung“ mit der Stadt Dorsten treffen. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass Gespräche mit dem Jugendherbergswerk geführt werden. In welche Richtung diese gehen, ob die Stadt womöglich selbst mit in die Verhandlungen einsteigt, darüber wollte Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn keine Stellungnahme abgeben. „Dass unsere Jugendherberge die Pforten schließt, bedauere ich sehr“, kommentierte Bürgermeister Tobias Stockhoff in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Jugendherbergsverbandes, die nach unserer Anfrage veröffentlicht wurde. „Aber die wirtschaftliche Begründung der Entscheidung ist nachvollziehbar“, so Stockhoff weiter.

Simon Drath erklärte, die Jugendherberge in Dorsten sei „mehrheitlich ein Grundschulstandort“ gewesen. „Da mussten wir die demografische Entwicklung und die damit verbundene Schließung und Zusammenlegung von Grundschulen berücksichtigen.“ Sind im Jahr 2012 noch 8782 Übernachtungen in Dorsten gezählt worden, so waren es im Jahr 2015 nur noch 4903.

Haltern und Reken Vorzug gegeben

Viele ehemalige Besucher haben in den vergangenen Jahren wohl auch benachbarten Standorten Reken oder Haltern den Vorzug gegeben, die das Jugendherbergswerk umfassend modernisiert hat und die deutlich steigende Übernachtungszahlen zu verzeichnen haben. „Die großen Investitionen, die nötig wären, um den Standort Lembeck für weitere Zielgruppen attraktiv zu machen, würden sich aus Sicht unserer Analysten nicht rechnen“, so Pressesprecher Simon Drath.

Nach seinen Angaben sind von der Schließung fünf Mitarbeiter betroffen, darunter zwei Vollzeitbeschäftigte. „Einer Mitarbeiterin haben wir eine Weiterbeschäftigung im DJH-Landesverband anbieten können“, so Drath. Die bisherige Leiterin Bettina Tröster werde auch in Zukunft die renovierte Jugendherberge am Cappenberger See in Lünen, sie hatte bislang beide Häuser betreut, leiten.

Die Tatsache, dass die Lembecker Einrichtung im Winter des vergangenen Jahres als Notunterkunft für Flüchtlinge gedient hatte, habe nichts mit der aktuellen Entscheidung zu tun, so Drath. „Das hat damals gut funktioniert.“ Nach kleineren Renovierungsarbeiten habe die Jugendherberge anschließend wie gehabt Übernachtungsgäste aufgenommen.

Die Jugendherberge Herrlichkeit Lembeck trug kurioserweise früher den offiziellen Namen Wulfen, obwohl sie im Lembecker Gebiet Lasthausen liegt. Der Jugendherbergsverband hatte 1951 ein fast 200 Jahre altes Bauernhaus gekauft, nach Ausbau und Renovierung wurde 1952 ein Haus mit 69 Betten eröffnet. Sechs Jahre später kamen weitere 40 Betten hinzu. Die letzte große Modernisierung passierte im Jahr 1978. Damals wurde Schlafräume verkleinert, dafür mehr Lehrer- und Begleiterzimmer geschaffen sowie neue Sanitär-, Tages- und Freizeiträume. Von Oktober 2015 bis Januar 2016 diente die Einrichtung wie sechs weitere Jungendherbergen des DJH Westfalen-Lippe, als Notaufnahme-Einrichtung des Landes NRW.

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