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Jung-Köchin auf Platz vier bei renommiertem Wettbewerb

Rudolf-Achenbach-Preis

Über die zwei falschen Antworten im Theorie-Teil kann sie sich heute noch ärgern. Muss sie aber nicht. Denn Maria Jäger, Köchin und Auszubildende des Landgasthauses Triptrap in Schermbeck, hat beim Finale des Rudolf-Achenbach-Preises den vierten Platz erreicht. [mit Video]

Schermbeck

von Von Berthold Fehmer

, 21.06.2012

Mehr als 1000 Wettbewerber sind nicht einmal ins Finale gekommen. Unter den neun Kandidaten, die es ins Finale in Frankfurt am Main geschafft haben, waren etwa Auszubildende des Hilton Hotels Berlin oder von Käfer in München. Die landeten übrigens hinter Maria Jäger...

Die 21-Jährige trat für den Köche-Club Münsterland an, hatte sich dafür im Landesfinale qualifizieren müssen. Von Mitgliedern des Köche-Clubs und Lehrern der Berufsschule Coesfeld wurde sie acht Wochen trainiert. Johannes Triptrap stellte sie dafür frei: "Ich habe selbst früher an Wettbewerben teilgenommen. Wenn man die Chance hat, muss man sie nutzen. Ganz allein, in einem Betrieb hat man keine Chance." So übte Maria Jäger etwa im Kaiserhof in Münster oder in der Domschenke in Billerbeck.

Gemeinsam mit Maria Triptrap und Janine Bröker reiste Jäger am Freitag nach Frankfurt. Kochutensilien musste sie selbst mitbringen. "Das Auto war voll bis unters Dach", sagt sie lächelnd.Bei zwei Fragen gepatzt

Zehn theoretische Fragen musste sie zu Beginn des Wettbewerbs beantworten. Etwa: "Was ist der AW-Wert?" Während Maria Jäger hier noch die Antwort aus dem Ärmel schütteln konnte ("Das ist das aktive, freie Wasser in Lebensmitteln") patzte sie bei zwei anderen Fragen. Für einen Platz ganz oben auf dem Treppchen war es da schon fast zu spät. "Die Teilnehmer sind alle sehr gut."

Am Samstag wurde dann gekocht - mit einem Warenkorb, dessen Inhalt eingesetzt werden musste. "Sauschwer", so Triptrap, sei in diesem Jahr die Auswahl gewesen. So musste in der Vorspeise etwa "Bündner Fleisch" eingesetzt werden - Maria Jäger machte daraus eine Praline, dazu gab es Frischkäsemousse. Sechs Stunden Zeit für vier Gänge, die man sich innerhalb von einer halben Stunde ausdenken musste. "Champions League" sei das, so Triptrap.

Für Jäger stehen nun noch die Abschlussprüfungen ihrer Ausbildung an - angesichts ihres Erfolges wäre alles andere als eine Eins wohl eine Riesensensation. Zeit zum Feiern bleibt nicht: Ab dem 1. Juli steht die Köchin in einem Restaurant in Ribeauvillé im Elsass für acht Monate unter Vertrag, will dann ein Jahr in Australien arbeiten. Wie es dann weitergeht, weiß sie noch nicht. Aber mit der Ehrenurkunde des Rudolf-Achenbach-Preises im Gepäck dürften sich alle Küchentüren öffnen.

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