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Klassische Musik als Abenteuer verpackt

„Der Dirigent und der Flaschengeist“

Ein Dirigent, ein Flaschengeist und klassische Musik begeisterten mehr als 200 Maxi-Kolbe-Schüler. Eine Schermbeckerin hatte besonders viel Spaß.

Schermbeck

, 13.03.2018
Klassische Musik als Abenteuer verpackt

Die Schermbeckerin Anja Heix (vorne links) freute sich, einmal wieder mit ihrem Pindakaas Saxophon Quartett in der Heimat spielen zu dürfen. Genauer gesagt: vor über 200 Kindern der Maximilian-Kolbe-Grundschule. © Foto: Berthold Fehmer

Anja Heix konnte sich am Dienstagmorgen über ihren Weg zur Arbeit nicht beschweren. Die Schermbeckerin, die ansonsten bundesweit mit dem Pindakaas Saxophon Quartett unterwegs ist, freute sich über ihr „Heimspiel“, dessen letzte Ausgabe „schon viele Jahre her“ ist.

Gespannt warten die Schüler in der Turnhalle, als das Quartett „Alla Turca“ aus dem dritten Satz der Klaviersonate Nr. 11 A-Dur Mozarts erklingen lässt. Das Titelstück der Geschichte „Alla Turca oder der Dirigent und sein Flaschengeist“ nach einer Geschichte von Thomas Philipzen. Im Dirigenten-Frack tritt Frank Dukowski alias Franz von Stock vor die Schüler und schwingt den Dirigentenstab in Richtung von Anja Heix (Tenorsaxofon, Querflöte, Oboe), Matthias Schröder (Baritonsaxofon, Klarinette), Guido Grospietsch (Altsaxofon, Querflöte, Perkussion) und Thorsten Floh (Sopran- und Altsaxofon, Querflöte).

„Musik ist Struktur, Musik ist Mathematik. Musik ist nichts anderes als eine Rechenaufgabe“, doziert von Stock anschließend.

Inspiration fehlt

Ihm fehlt aber noch die Inspiration für ein wichtiges Konzert am nächsten Tag. Doch das ist fast vergessen, als plötzlich Flaschengeist Flitzmed (Marcell Kaiser) aus einer qualmenden Flasche auftaucht und von einem Wunschring erzählt, den Räuberkönig Klaumoud ihm gestohlen hat.

Klassische Musik als Abenteuer verpackt

Hier ahnt Dirigent Franz von Stock (gespielt von Frank Dukowski) bereits, dass etwas mit der Weinflasche seines Onkels nicht stimmt. Kurze Zeit später erscheint Flaschengeist „Flitzmed“ (gespielt von Marcell Kaiser). © Berthold Fehmer

„Ich habe keine Zeit, auf irgendwelchen Bodenbelägen durch die Welt zu reisen“, sagt von Stock, lässt sich aber auf einen wilden Ritt auf seinem Wohnzimmerteppich in die Wüste ein. Das Quartett lässt den Säbeltanz von Aram Khachaturian erklingen – und das ungleiche Duo landet mitten in einem Sandsturm.

Die vier Musiker werden zu Händlern auf einem Basar, Anja Heix bietet beim Oboensolo (Sheherazade op. 35 von Nikolai Rimski-Korsakow) Datteln an. Dirigent und Flaschengeist finden letztlich die große Sandburg des Räuberkönigs und bringen mit einem Trick den Wunschring wieder in ihren Besitz. Doch eine Musik für sein Konzert kann sich von Stock nicht mehr wünschen – er hat alle drei Wünsche bereits aufgebraucht. Flitzmed rät ihm, sich von der Reise, den Erlebnissen und der orientalischen Musik inspirieren zu lassen.

Nach dem abschließenden Medley, das mit „Alla Turca“ als Klammer endet, sind die Kinder so begeistert, dass sie lautstark eine Zugabe fordern. Von der ersten bis zur letzten Minute hatten sie gespannnt die Geschichte verfolgt und viel gelacht. Heix zufrieden: „Kindern geben immer die ehrlichste Reaktion“ – ein erwachsenes Publikum zeige etwa bei Längen im Programm mehr Geduld.

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