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Michael Heidermann baut ganze Unfall-Szenarien nach

Dem Modellbau verschrieben

Michael Heidermann, Unterbrandmeister der Rhader Feuerwehr, hat sich dem Modellbau verschrieben. Dabei baut er aber nicht nur Fahrzeug-Modelle oder Gebäude, sondern stellt ganze Unfall-Szenarien nach.

Rhade

von Von Berthold Fehmer

, 11.06.2012

Für kleine Jungs ist der Keller von Michael Heidermann ein Paradies: Hunderte von kleinen Feuerwehrautos und sogar eine ganze Wache im Modell stehen hier: Doch zum Spielen sind sie nicht da.

Schon als kleines Kind hatte Michael Heidermann ein Erlebnis, das ihn früh geprägt haben dürfte: Er besuchte seinen Onkel in West-Berlin, der ihn mit zur Berliner Hauptwache nahm. „Imposant und riesig“, wirkte der Gebäudekomplex auf Heidermann, der später selbst Feuerwehrmann werden sollte. Erst in Lembeck, dann in Rhade. Als Unterbrandmeister kommt er im Moment kaum zu seinem großen Hobby, dem Modellbau. Denn die Feierlichkeiten zum 100. Bestehen des Löschzugs Rhade am Wochenende vom 15. bis 17. Juni nehmen ihn natürlich voll in Beschlag. Voll ist aber auch sein Keller. Voll mit Feuerwehrfahrzeugen, dem mehrere Quadratmeter großen Modell einer Großstadtwache. „Modelle von Feuerwehrautos habe ich mein ganzes Leben schon gehabt. Allerdings nur zu Dekorationszwecken. Im Zivildienst war ich vier Monate auf einer Rettungswache. Da habe ich zum ersten Mal eine kleine Fahrzeughalle gebaut. Die steht noch da hinten.“ Spätestens als Heidermann das alte Rhader Feuerwehrgerätehauses 2003 nachgebaut hatte, war er dem Hobby erlegen. „Es ist schade, dass es in Dorsten keinen Modellbau-Laden mehr gibt“, bedauert er. Bis nach Bocholt oder Bottrop fährt er, um an Figuren, Autos oder Bäume zu kommen.“

Alles im Maßstab 1:87. Was anderes kommt nicht in Frage. Zwei größere Modelle von altertümlichen Feuerwehrautos auf dem Schrank kommentiert der 39-Jährige mit den Worten: „Das sind Geschenke von Leute, die nicht wussten, in welchem Maßstab ich sammele.“ Die ganz filigranen Arbeiten sind nicht unbedingt die, die der Schreiner schätzt. „Eine Dachrinne ankleben ist schwierig.“ Seit einiger Zeit widmet er sich dem Nachmodellieren von echten Einsätzen – auch solchen auf Dorstener Gebiet. Einen „Disko-Unfall“, also eine Szenerie, bei der ein betrunkener junger Erwachsener in einer Kurve mit seinem Fahrzeug an einem Baum zerschellt, hat er schon nachgebaut. Ein Bild des Schreckens – allerdings nicht zum Anfassen, denn die Modelle sind empfindlich. Unter Plexiglas gesichert, könnte sich Heidermann allerdings schon vorstellen, dass die Modelle bei einem Tag der offenen Tür ausgestellt werden könnten.

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