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Museumsbesuch statt Erntevorführung

Heimatverein Weselerwald

SCHERMBECK Flexibel aufs Wetter reagieren. Das wird den Bauern mit in die Wiege gelegt. Mit derselben Flexibilität reagierte der von Maike Thiemann geleitete Heimatverein Weselerwald und Umgebung auf die starken Regenfälle am Sonntagmorgen.

von Von Helmut Scheffler

, 09.08.2010
Museumsbesuch statt Erntevorführung

In Zeiten ohne moderne Waschmaschinen sah es so in einer Waschküche aus.

Die Demonstration der Weizenernte auf Martin und Doris Gernemanns Feld durch die Erntegruppe Weselerwald fiel buchstäblich ins Wasser. Eine Telefonkette und schnell gemalte Schilder sorgten fürs Umdirigieren der Besucher auf Klaus und Elke Sondermanns Hof an der Marienthaler Straße. Dort wurde den Gästen ein Rundgang durch die größte private Sammlung von Haushaltsgegenständen geboten.

In den letzten Jahren haben Elke und Klaus Sondermann dank der vielen Leihgeber und Spender einen Bestand aufbauen können, mit dem nicht einmal das gemeindliche Heimatmuseum und der Gahlener Heimatverein konkurrieren können. In den ehemaligen Stallungen haben Elke und Klaus Sondermann das Sammelgut übersichtlich gegliedert. So sind nach und nach Räume entstanden, die das typische Erscheinungsbild von Wohnungen auf alten Bauernhöfen in Erinnerung rufen. Eine Küche konnte ebenso besichtigt werden wie ein Wohnzimmer und eine Waschküche. Für ein komplettes Schlafzimmer reicht das Sammelgut noch nicht. Elke und Klaus Sondermann hoffen, dass es irgendwo noch ein Schlafzimmer aus der Zeit vor 1960 gibt, das als Leihgabe übernommen werden kann.

Am Sonntag wurden auch ein paar Traktoren vorgestellt. Zwei davon hat Elke Sondermanns Groß-Cousin Bernhard Kotzem der Erntegruppe Weselerwald geschenkt. Der pensionierte Polizeichef in Marl besuchte fast jährlich die Erntefeste in Weselerwald und zeigt sich seither jährlich mehr beeindruckt von dem Engagement des Heimatvereins und seiner Erntegruppe, die Erinnerung an die Entwicklung der Landwirtschaft für nachfolgende Generationen wachzuhalten. Einen Lanz-Bulldog aus dem Jahre 1934 hatten Bernhard und Gisela Kotzem der 1992 gegründeten Erntegruppe bereits im Jahre 1995 übergeben. Jetzt trennte sich Kotzem von seinem 17 PS starken Lanz-Bulldog aus dem Jahre 1951. In mühevoller Kleinarbeit restaurierte er das vom Schrott geholte Fahrzeug. In einem der Museumsräume im Hause Sondermann kann der Bulldog nun als ein Zeugnis der Landtechnik der frühen Nachkriegszeit bestaunt werden.  

  • Gruppen, die das private Museum Sondermann an der Marienthaler Straße 20 besichtigen möchten, können sich mit Elke und Klaus Sondermann (Tel. 02856/2361) in Verbindung setzen.