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Nordwestbahn: Afrikaner mussten aussteigen

RHADE Da der Fahrkartenautomat in Rhade ihren 50-Euro-Schein nicht angenommen hat, hat ein Zugbegleiter der Nordwestbahn die Lembecker Ordensschwester Restituta und 18 schwarzafrikanische Gäste ihres Karmeliten-Klosters am Bahnhof Deuten aus dem Zug befördert.

von Von Michael Klein

, 27.08.2008

"Da schämt man sich ja, was für ein Bild haben diese Menschen denn jetzt von unserem Land?", sagt Magdalena Böckmann aus Gladbeck, bei der die Besucher-Gruppe am Montag vergangener Woche vor ihrem Abflug ab Düsseldorf zum Essen eingeladen war. "Glücklicherweise haben sie ihren Flug dadurch  nicht verpasst."Zur Hochzeit im Schloss

Die Schwarzafrikaner aus London, Uganda und Trinidad waren anlässlich einer Hochzeit in Lembeck zu Gast. Im dortigen Schloss hatte am Wochenende die aus Uganda stammende und nun in London lebende Valerie geheiratet, die Magdalena Böckmann vor zwei Jahren während des Weltjugendtages in Köln bei sich aufgenommen hatte. Die Trauung war eigens vom Erzbischof von Kampala, der Hauptstadt von Uganda, vorgenommen worden, der sich zurzeit in einer Gemeinde am Niederrhein aufhält. "Nach dem schönen Hochzeitsfest wirft der letzte Tag in Dorsten für die afrikanischen Gäste kein gutes Licht auf Deutschland", sagt Magdalena Böckmann.

Als der Automat den 50 Euro-Schein wieder ausgespuckt habe, sei die Ordensschwester im Zugabteil sofort auf den Zugbegleiter zugegangen und habe das Problem geschildert. Doch der erklärte, keine Karten im Zug verkaufen zu dürfen. Im strömenden Regen musste die Gruppe den Zug verlassen. Magdalena Böckmann hätte ein wenig mehr Fingerspitzengefühl erwartet . Unangenehme Situation

Katrin Hofmann, Pressesprecherin der Nordwestbahn, entschuldigte sich für den Vorfall, nahm den Zugbegleiter aber in Schutz. "Wir würden ja gerne im Notfall auch in den Zügen Tickets verkaufen können, dies ist uns aber im VRR-Tarifgebiet leider nicht erlaubt", sagte sie. "Auch wenn es für alle Beteiligten eine überaus unangenehme Situation war, hatte unser Mitarbeiter keine andere Handhabe." Und hätte der Zug gewartet, bis die Gruppe ihr Geld gewechselt und Tickets gekauft hat, wäre es zu einer zu großen Verspätung gekommen.

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