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Polizei nimmt bei Drogenverdacht Pipiprobe

An Ort und Stelle

Wer Drogen nimmt und trotzdem Auto fährt, muss bei einer Polizeikontrolle die Hosen runterlassen. Unter diskreter Aufsicht der Einsatzkräfte kann vor Ort, an einer geeigneten Stelle eine Pipiprobe abgegeben werden. Die Abgabe ist allerdings freiwillig und soll einen Anfangsverdacht schneller be- oder entkräften als andere Tests.

DORSTEN

von Von Tobias Nordmann

, 22.06.2012
Polizei nimmt bei Drogenverdacht Pipiprobe

Polizeisprecher Kim Ben Freigang mit dem Urinbecher (rechts) und dem Tester. Die Handschuhe schützen vor Hautkontakt mit der Pipi-Probe. Schon zwei Minuten nach dem Test ist das Ergebnis in einem kleinen Sichtfenster erkennbar.

Die Situation, wenn dort Einer uriniert und die Polizei daneben steht, sei schon ein wenig befremdlich, sagt ein Leser unserer Zeitung. Er beobachtete diese Szenerie vergangene Woche. Dass es sich dabei um einen Drogentest handelte, brachte er schnell in Erfahrung. Dennoch blieb die Frage: Was soll das eigentlich? Die Vorteile der Pipiprobe erklärt Polizeisprecherin Ramona Hörst: „Es geht schnell. Das Ergebnis gibt’s schon nach wenigen Minuten.“ Dies sei ein großes Plus gegenüber dem alten eingesetzten Schweißtest. Hose runterlassen Wer Drogen nimmt und trotzdem Auto fährt, muss bei einer Polizeikontrolle die Hosen runterlassen. Unter diskreter Aufsicht der Einsatzkräfte kann vor Ort, an einer geeigneten Stelle eine Pipiprobe abgegeben werden. Die Abgabe ist allerdings freiwillig und soll einen Anfangsverdacht schneller be- oder entkräften als andere Tests. Bis zu 20 Minuten konnte es dabei dauern, bis Klarheit herrscht. So lange dauert’s auch bei der Speichelprobe. Sie ist die mögliche Vor-Ort-Alternative zur Urinabgabe. Hörst betont, dass beide Varianten des Vortests freiwillig sind. Die Optionen seien die mildesten Mittel, die eingesetzt würden, um einen Verdächtigen zu überprüfen und im besten Falle zu entlasten. Lehnt ein Fahrer die Möglichkeiten ab, kann bei dringendem Verdacht ein zeitintensiver Bluttest durch  einen Richter angeordnet werden. Dieser könne nicht verweigert werden, sagt die Sprecherin. Der Urintest läuft ganz einfach: Der Verdächtige pinkelt in einen Becher. „Eine kleine Menge reicht“, sagt Hörst. Das Pipi wird dann auf einen Teststreifen im Gerät geträufelt. Entlastet das Ergebnis den Fahrer, könne er sofort weiterfahren.

Der Test reagiert auf alle gängigen Drogen, also unter anderem auf Marihuana, Kokain und Heroin. Wird ein Konsument überführt, muss er sich ebenfalls einem Bluttest unterziehen. In den vergangenen Jahren hat die Polizei im Kreis eine Zunahme von Unfällen beobachtet, die von Fahrern unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursacht worden sind, erklärt Hörst. Die Einnahme von Drogen verändert das Fahrverhalten massiv. Die Reaktionsfähigkeit nehme ab, die Risikobereitschaft steige, außerdem würden Gefahrensituationen falsch eingeschätzt, sagt die Sprecherin.

In der Polizeistatistik sind im Jahr 2011 für den gesamten Kreis 150 solcher Unfälle vermerkt. Das Problem ist in Dorsten nicht zu unterschätzen: Hier wurden 22 Unfälle gemeldet, eine Zunahme von 120 Prozent gegenüber 2010. „Wir wollen die Straßen sicherer machen“, sagt Ramona Hörst. Deswegen würden auch gezielte Drogenkontrollen durchgeführt. Die Pipiprobe komme auch bei einer normalen Verkehrskontrolle zum Einsatz.

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