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Profi zeigte, wie man rappt

Workshop

18 Mädchen und vier Jungen, hauptsächlich Gesamtschüler, ließen sich am Montag und Dienstag im Jugendheim der evangelischen Kirche bei einem Workshop in die Kunst des Rappens einweisen.

SCHERMBECK

, 11.11.2014
Profi zeigte, wie man rappt

Frederik Schreiber alias "Schlakks" nahm die Schüler mit in den Groove, gab Tipps und sparte am Ende nicht mit Lob.

„Tu mir das doch jetzt nicht an, ich brauch dich doch so sehr. Ohne dich schaff ich den langen, blöden Alltag doch nicht mehr.“ Einen traurigen Liebesbrief an das kaputte Handy, Gesellschaftskritik oder einfach nur lustige Reime – beim Dichter-Wettstreit, neudeutsch: Poetry Slam, im YOU war Kreativität gefragt.

Konzentriert arbeiteten die Schüler an den beiden Tagen unter Anleitung von Gesamtschullehrerin Sandra Rosorius und Hip-Hopper Frederik Schreiber alias „Schlakks“ an kreativen 16-Zeilern. Sprachkompetenz werde so gefördert, sagt Jugendheim-Leiter Patrick Bönki. „Das ist ein Dauerthema in Jugendeinrichtungen, wo man ständig mit ‚deine Mudder‘ angeredet wird.“ In die Workshops des studierten Germanisten und Kulturwissenschaftlers Frederik Schreiber, der sich als Hip Hopper in den vergangenen zehn Jahren eine feste Fangemeinde erarbeitet hat, kämen häufig Jugendliche, die es am Anfang mit Schimpfwörtern und Beleidigungen, dem sogenannten „Dissen“, versuchen. „Ich zensiere das nicht, so lange keiner diskriminiert wird“, sagt der Dortmunder, der von jeglicher „Gangster-Attitüde“ einiger seiner Branchenvertreter meilenweit entfernt ist. „Aber ich frage dann nach: ’Stimmt das den wirklich mit der Mutter?‘ Dann sagen die: ‚Aber das sagt man so.‘ Ich sage dann: ‚Nehmt den Rap, um euer echtes Leben zu erzählen! Schimpfwörter zu benutzen, ist das Einfachste, was es gibt.‘“ Wer sich konkret ausdrücken wolle, etwa darüber, was ihn stört, benötige einen großen Wortschatz, so Schlakks. Und: „Der Reim ist das, was treibt.“

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