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Rangelei um einen Blumentopf endet vor dem Amtsgericht

Verfahren wurde eingestellt

Die Erinnerung an das Gourmetfest 2011 wird für einen 53-jährigen Schermbecker nachhaltig durch einen üblen Beigeschmack getrübt. Weil zum Schluss die Geschehnisse aus dem Ruder liefen, fand er sich am Dienstag unter dem Vorwurf der räuberischen Erpressung auf der Anklagebank wieder.

Schermbeck

von Von Klaus-Dieter Krause

, 12.06.2012

Bei der Verhandlung im Amtsgericht Wesel wurde jedoch schnell deutlich, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Raub-Vorwurf keinen Blumentopf gewinnen konnte. Denn ein Blumentopf war tatsächlich Ausgangspunkt der Ereigniskette.

Was war passiert? Zum Abschluss von „Schermbeck genießen“ war kurz vor 21 Uhr unter den Gästen offenbar die Meinung verbreitet, die Blumen-Dekoration dürfe mitgenommen werden. So sicherte ein seinerzeit zwölfjähriger Junge aus Brünen für seinen Vater, der zum Transport den Wagen holen wollte, gleich eine ganze Palette von Blumentöpfen. Als die Frau des Angeklagten einen der Töpfe für sich beanspruchte, verteidigte der Knabe mit harschen Worten und angeblich sogar mit Fußtritten seine Beute. Darauf stellte ihn der empörte Ehemann zur Rede. Aus dem Wortwechsel entwickelte sich eine Rangelei und ein Tauziehen um den Blumentopf, das schließlich in einer Backpfeife für das Kind gipfelte.

Der Topf zerbrach, der Junge weinte und der Schermbecker wurde von seinem eigenen Sohn besänftigt und zum Tisch zurückgeführt. Die Sache hatte ein Nachspiel, weil ein Zeuge aus Schermbeck den Vorfall beobachtete und später den Vater des geohrfeigten Kindes darüber informierte. Vor Gericht zeigte sich der 53-Jährige reuig, bedauerte seine impulsive Reaktion ausdrücklich und entschuldigte sich beim Kind. Daraufhin stellte der Richter das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro ein.

Die Lehren daraus: Selbst wenn Erwachsene sich mächtig ärgern und im Recht wähnen, müssen sie sich im Zaum halten: Gewalt gegen Kinder ist kein Kavaliersdelikt. Entgegen landläufiger Meinung sind die Blumen beim Genießerfest kein Allgemeingut – sie werden vom Gartenbaubetrieb wieder eingesammelt.

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