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Raten für Sattelschlepper nicht gezahlt

Schöffengericht

DORSTEN Ein 40-jähriger Recklinghäuser muss für ein Jahr ins Gefängnis, weil er bei einem LKW-Händler aus Wulfen im Vorjahr einen Sattelschlepper angemietet hatte, ohne die Leasing-Raten bezahlen zu können.

02.08.2010

Umschweifig erklärte der 40-jährige Angeklagte, warum er kein Betrüger sein könne. Doch vor dem Schöffengericht fand mit seinen Einlassungen keine Gnade: Ein Jahr muss der vorbestrafte Recklinghäuser, der auf Bewährung ist, ins Gefängnis, weil er bei einem LKW-Händler aus Wulfen im Vorjahr einen Sattelschlepper angemietet hatte, ohne die Leasing-Raten bezahlen zu können. Auf gut 2800 Euro beliefen sich die laufenden Mietkosten, dazu kamen die Maut-Gebühren, die dem Händler als Halter des LKW in Rechnung gestellt wurden, zudem wies der Laster so einige Schäden auf, als er nach zwei Monaten und etlichen Aufforderungen und Androhungen wieder von dem Angeklagten zurückgegeben wurde. 15 000 Euro Gesamtschaden listete die Anklageschrift auf. Aber nur 2000 Euro brachte der Angeklagte bar im Laufe von zwei Monaten vorbei.

Der 40-Jährige erzielte dem Gericht eine Geschichte, der der Händler heftig widersprach und die auch das Schöffengericht nicht so recht glauben wollte. „Eigentlich hatte ich einen anderen Lastwagen, einen viel neueren, haben wollen“, so der 40-jährige, der im Auftrag seiner Frau, die offiziell als Transportunternehmerin fungiert, als LKW-Fahrer unterwegs ist. „Doch der war nach Angaben der Händlers in Polen unterwegs und es sollte eine Woche dauern, bis er zurück kommt.“

Also habe er zunächst ein älteres Ersatzfahrzeug genommen, dessen Mietkosten später mit dem besseren Gefährt verrechnet werden sollten. Außerdem habe er dem Händler erzählt, dass er schon mal im Gefängnis gesessen habe, weswegen er nicht selbst die Geschäfte führen könne. „Das erzähle ich doch nicht, wenn ich jemanden betrügen würde.“ Der Händler hingegen wies die Schilderungen ins Reich der Fabel. „Dem hätte ich nicht einmal einen Anhänger geliehen, wenn ich das mit der Haftstrafe gewusst hätte“, sagt er aus. Im Gegenteil: Der Angeklagte habe einen seriösen Eindruck auf ihn gemacht. Erst als per Lastschrift die erste Rate abbuchen wollte und das Konto seines Kunden nicht gedeckt war, sei er skeptisch geworden. Und über den LKW in Polen sei zu dem Zeitpunkt gar nicht geredet worden.

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