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Reform gefährdet psychisch kranke Kinder

DORSTEN Eigentlich soll die sozialpsychiatrische Praxis Anfang 2009 nach dem Umzug ins neue Facharztzentrum erweitert werden. Jetzt aber fürchtet Dr. Ralph Meyers, dass er nach dem Umzug in seinen weitläufigen Räumen recht einsam sein könnte - die Gesundheitsreform gefährdet die Versorgung psychisch kranker Kinder!

von Von Klaus-Dieter Krause

, 26.08.2008
Reform gefährdet psychisch kranke Kinder

Dr. Ralph Meyers ist äußert besorgt über die mögliche Gesetzesreform.

Das Beispiel der Dorstener Praxis, die sich seit 1992 um Kinder und Jugendliche überwiegend im Alter von drei bis 15 Jahren kümmert, verdeutlicht die fatalen Folgen der Reform (siehe Mantelseite eins) für eine spezielle Sparte der Medizin. Denn Dr. Meyers und seine zwölf Mitarbeiter sind kein Einzelfall: Falls nicht binnen weniger Wochen eine neue Finanzierungslösung mit den Krankenkassen vereinbart werden kann, droht drastischer Personalabbau. Und der ginge zu Lasten der jungen Patienten, vor allem, wenn sie aus armen Elternhäusern stammen.

Jugendgewalt, Verwahrlosung und Vernachlässigung, das sind Stichworte, die auch in Dorsten eine Diskussion über Kinderarmut auslösten. Und dazu führten, dass die Stadt mehr für ihre Kinder tun will. Diese Bestrebungen werden durch den Sparzwang bei den Krankenkassen ad absurdum geführt. Denn wenn den 800 jungen Patienten aus Dorsten und Umgebung, die in einem Quartal von Dr. Meyers Spezialisten-Team betreut werden, möglichst früh geholfen werden kann, dann ist dies auch ein Beitrag, um einen späteren Flächenbrand zu verhindern. Bleiben kindliche Verhaltensstörungen unbehandelt, können die Folgen ein ganzes Leben ruinieren - was auch die gesamte Stadt teuer zu stehen kommt.

Nicht von ungefähr reagierte Bürgermeister Lütkenhorst  am Dienstag höchst alarmiert, als er von der Dorstener Zeitung mit der Problematik konfrontiert wurde. Er wandte sich sofort an den Recklinghäuser Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder, der in Berlin dem Gesundheits-Ausschuss angehört. Auch das NRW-Gesundheitsministerium kündigte eine unverzügliche Prüfung an. Denn die Zeit drängt, wenn nicht viele Kinder Opfer einer verkorksten Reform werden sollen.

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