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Schildkrötenauffangstation bekommt Wildkräuter- und Blumenwiese

Einsatz der Mitglieder

Wenn es hier in ein paar Wochen erst mal grünt und blüht, dann hat Barbara Klobusch viel mehr Zeit. „Das erspart mir jeden Tag zwei Stunden Fahrerei“, sagt die Vorsitzende des Vereins „Schildkrötenauffangstation Dorsten“. Denn dann kann sie das Futter für ihre Schützlinge quasi direkt vor der Haustür pflücken und muss nicht mehr Äcker im Umkreis von zehn Kilometern rund um Dorsten abgrasen.

DORSTEN

, 28.03.2016

Hier, auf dem Grundstück Ecke Klosterstraße/Kögelweg auf der Hardt, entsteht auf 750 Quadratmetern eine Wildkräuter- und Blumenwiese. Fast 100 verschiedene Sorten enthält die Mischung, die die die „Samenkiste Marion Minch“ zusammengestellt, gespendet und ausgesät hatte.

Lehrpfad nebenan

Das Gelände gehört der Stadt, die die Fläche dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt hat. „Unter der Maßgabe, dass auch die Bürger sich an dem bedienen können, was hier wächst“, so Barbara Klobusch. 3000 Euro kostet es, das Grundstück herzurichten. Die eine Hälfte davon tragen die Mitglieder der Schildkrötenauffangstation, der Rest kommt von der Stiftung Natur und Umwelt der Sparkasse Vest Recklinghausen. „Denn wir wollen nebenan auf weiteren 250 frei zugänglichen Quadratmetern auch einen Lehrpfad für Kindergärten und Schulen anlegen“, erzählt Barbara Klobusch.

Dort werden sich demnächst befreundete Vereine wie die Dorstener Igelhilfe, die Eichhörnchen-Auswilderungsstation oder ein Imker mit Schautafeln präsentieren. Und dort werden Schüler der Agathaschule zudem ein Insektenhotel aufbauen.

Kapazitäten erschöpft

Mehr als 20 Vereinsmitglieder und Schildkrötenpaten der Auffangstation beteiligten sich am Samstag am „Besentag“. „Das ist immer ein Großkampftag“, erzählt Barbara Klobusch, die im Keller ihres Hauses rund 120 Tiere in Kühlschränken eingewintert hatte – sowohl Schildkröten von Vereinsmitgliedern als auch solche, die von ihren Besitzern ausgesetzt worden sind. „Damit sind unsere Kapazitäten im Augenblick erschöpft.“

Regenwurm-Kolonie

Jetzt im Frühjahr kommen die Tiere wieder nach Hause oder aber in die Außengehege der Dorstener Auffangstation. Die Vereinsmitglieder, die aus ganz NRW angereist waren, desinfizierten die leeren Kühlschränke, säuberten die Trinkgefäße und verkleideten die Gehege neu mit Douglasienbrettern. Die Mädchen Lucia, Finja und Jolie legten derweil in einem schweren Blumentopf eine Regenwurm-Kolonie an. „Denn Schildkröten fressen Regenwürmer total gerne“, sagt Finja.

Und natürlich ackerten einige Vereinsvertreter auf der künftigen Wildblumenwiese, die mit einigen Obstbäumen bestückt ist. Die helfenden Hände setzten eine Weißdornhecke. „Die Wiesenfläche soll ja nicht als Hundeklo missbraucht werden“, erläutert Barbara Klobusch.

Denn sie hat die Erfahrung gemacht: „Zwar finden 98 Prozent der Anlieger es toll, was hier passiert.“ Aber ein paar Hundebesitzer, die das Gelände mit ihren Vierbeinern früher beim Gassi gehen angesteuert hatten, waren nicht erfreut darüber, dass das Grundstück umfunktioniert wird. 

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