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Schulleiter appelliert ans soziale Gewissen der Stadt

SchulbusTönsholt

Der Schulleiter der Kardinal-von-Galen-Schule, Herbert Rentmeister, bittet die Stadt in einem Brief dringend darum, die Streichung des Schulbusses für Tönsholt zu überdenken.

DORSTEN

von Von Anke Klapsing-Reich

, 19.06.2012
Schulleiter appelliert ans soziale Gewissen der Stadt

Schulleiter Herbert Rentmeister appelliert ans soziale Gewissen der Stadt.

„Bei aller Spareuphorie darf die soziale Verantwortung für die Menschen, die am Rande unserer Stadt leben, nicht vergessen werden“, betont Herbert Rentmeister. Auf zwei Din-A-4-Seiten legt der Schulleiter der Kardinal-von-Galen-Schule in Altendorf-Ulfkotte, unterstützt von der Schulpflegschaft, die Gründe dar, die die Suche nach alternativen Lösungen erforderlich mache. „Der Schulbus bedient eine große Fläche und wird von 40 Kindern – davon ca. 15 aus Tönsholt – genutzt, die die Grundschule in Altendorf, aber auch den Kindergarten Heilig Kreuz besuchen“, befürchtet Rentmeister, dass gerade mit Einführung des Betreuungsgeldes manches Kind mit Migrationshintergrund nicht mehr zum Kindergarten ginge und somit mit mangelnden Deutschkenntnissen eingeschult würde.

Auch für die Schulkinder dieses nicht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossenen Ortsteils sei diese Sparmaßnahme mit unzumutbaren Härten verbunden: Der Schulweg zur Altendorfer Grundschule sei ca. vier Kilometer lang, führe an uneinsehbaren Waldstücken vorbei und sei größtenteils unbeleuchtet. Der denkbare alternative Weg zur Agathaschule (Fußweg und Bus) sei wegen mangelnder Beleuchtung und fehlender Sicherheit ebenfalls keine gute Lösung. „Da sind Maßnahmen zur Schulwegsicherung dringend erforderlich“, so Rentmeister. Bleibt also nur der Transport durch die Eltern – doch das ist für die Tönsholter auch keine Lösung: „Die meisten Familien verfügen nur über ein einziges Fahrzeug, das der Vater für seinen Schichtdienst oder die Montage nutzt“, befürchtet Rentmeister als Folge der Streichung einen unregelmäßigen Schulbesuch.

Ein zuverlässiger Transport, der einen regelmäßigen Schul- und Kindergartenbesuch garantiere, sei Dreh- und Angelpunkt zur Hebung des Sozialniveaus in diesem Stadtteil: „Es ist uns hier gelungen, die Anzahl der Kinder, die zur Sonderschule gehen, von über 40 Prozent auf faktisch Null zu senken“, begrüßt Rentmeister die zunehmenden Empfehlungen zu Realschule und Gymnasium. Deshalb regt der Schulleiter an, über eine Kleinbuslösung für Tönsholt nachzudenken: „Viele Eltern aus den Bauernschaften in Altendorf-Ulkotte könnten den Schulweg ihrer Kinder durch Nachbarschaftshilfe organisieren. Da wäre ein Kleinbus für die Tönsholter sicher eine preiswertere Alternative als der große Schulbus.“

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