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Seniorenbeirat startete mit Volldampf

Das Interview

DORSTEN 100 Tage ist Friedrich Wilhelm Ashoff im Amt. Der neue Vorsitzende des Dorstener Seniorenbeirates kennt keine Pause. Er hat sich mit seinen Mitstreitern sofort in die Arbeit gestürzt.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 03.08.2010
Seniorenbeirat startete mit Volldampf

Der Grund, warum ich 2008 dem Aufruf der Verwaltung gefolgt bin, im Seniorenbeirat tätig zu werden, lag darin, dass ich mit 60 Jahren selbst zu der immer größer werdenden Gruppe von Bürgern gehöre, deren Anteil in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Da lag es nahe, irgendeine Aufgabe wahrzunehmen, damit die Bedürfnisse der Ü60-Generation in unserer Stadt stärker berücksichtigt werden. Und der Seniorenbeirat ist dazu im vorpolitischen Raum das geeignete Gremium.

Dazu habe ich mich entschieden, als mein Wechsel in den Vorruhestand klar war. Denn in dieser Funktion sind bestimmte Eigenschaften und Kenntnisse nützlich, die ich in meiner Berufslaufbahn bei der Bank erworben habe: Management-Fähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Kooperations-Förderung, Kontaktfreude.

Die Akzeptanz und der Erfolg des Seniorenbeirats hängt davon ab, wie er sich präsentiert, wie er sich mit Aktivitäten einbringt und wie er mit wichtigen Institutionen vernetzt ist. Vorbild für mich ist der Seniorenbeirat in Gladbeck, der sich in 30 Jahren hohe Akzeptanz erarbeitet hat und an vielen Projekten maßgeblich beteiligt ist oder sie selbst initiiert. Nach ersten Gesprächen mit den Vertretern der Stadt bin ich zuversichtlich, dass dies auch in Dorsten gelingen kann. Nun war die Resonanz auf den Wahlaufruf für den Seniorenbeirat im Frühjahr recht bescheiden. Das ist richtig, in manchen Bezirken lag die Wahlbeteiligung gerade mal bei 25 bis 30 Leuten. Aber es ist auch problematisch, weil das Gremium kaum einer kennt. Wir müssen uns erst einen Namen machen. Außerdem sollte geprüft werden, ob die nächste Wahl zeitgleich mit anderen Wahlen stattfinden kann oder auch als Briefwahl möglich ist. Dann sind Wahlbeteiligungen von 30 bis 35 % wie in anderen Städten durchaus möglich.

Es gibt vier Hauptziele. Wir wollen uns in den nächsten vier Jahren durch gute Öffentlichkeitsarbeit in Dorsten bekannt machen, ich werde deshalb die Pressearbeit ankurbeln. Punkt zwei: Wir müssen eine gute Vernetzung erreichen. Dazu ist es wichtig, dass unsere Stadtteil-Vertreter überall aktiv sind. Wir wollen enge Kontakte aufbauen und pflegen, etwa zu den Heimatvereinen, den kirchlichen Einrichtungen oder den örtlichen Parteien. Auch die Teilnahme an der Wulfen-Konferenz ist wichtig.

Im Rahmen der Bürgerversammlung zu der Bibliothek in Wulfen haben sich gute Kontakte zur Gesamtschule ergeben. Gemeinsam wollen wir noch in diesem Jahr ein Projekt starten. Schüler der 11. Klassen werden Senioren im Umgang mit dem Internet unterweisen. Vielleicht ergibt sich daraus später noch mehr, zum Beispiel ein dauerhaftes Internet-Cafe.

Unser drittes Ziel sind konkrete Aktivitäten. Auch dazu zwei Beispiele: Seit Anfang Juni gibt es monatlich Führungen durch die Zechensiedlung Hervest. Unter fachkundiger Leitung von Walter Schulte erfährt man dabei Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart. Am 26. Oktober findet in der Petrinum-Aula ein Vortrag zum Thema „Aktuelle Therapie bei Tinnitus und Hörsturz“ statt. Unser viertes Ziel ist die Einbindung möglichst vieler Personen in die Arbeit. Je mehr sich engagiert beteiligen, desto besser sind unsere Erfolgsaussichten. Ich bin erfreut, dass von den 41 Personen, die sich im Seniorenbeirat engagieren, 21 auch in den drei Arbeitskreisen mitwirken. Wohnumfeld, Seniorenbegleitung (z.B. Einkaufshilfen) und Öffentlichkeitsarbeit sind die Themen.

Ich würde mich freuen, wenn man sagt, dass der Seniorenbeirat ein wichtiges Gremium ist, dessen Rat man sucht, den man bei möglichst vielen Themen einbindet und der hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, bei Verwaltung und den politischen Parteien hat. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend. Bürgermeister Lütkenhorst hat mir in einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch seine Unterstützung des Seniorenbeirats zugesagt.

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