Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Seniorin muss trotz Krücken ein Knöllchen bezahlen

Falsch geparkt

DORSTEN Die ältere Dame war vom Donner gerührt. Nachdem ihr Bein vom Arzt frisch bandagiert worden war, hatte sie vor der Sparkasse geparkt und war auf Krücken zum Kontoauszugs-Drucker gehumpelt. Ein Fehler, wie sich wenig später herausstellte.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 16.08.2010

Da sie gehbehindert war und ihr jeder Meter schwer fiel, hatte sie dafür den Behindertenparkplatz direkt am Eingang genutzt. "Als ich herauskam, stand die Politesse an meinem Auto und verpasste mir ein Knöllchen, weil ich keinen Schwerbehinderten-Ausweis besaß", klagt die Betroffene. "Auf meinen Einwand, ich sei doch erkennbar gehbehindert, sagte sie nur lapidar: ,Dann legen Sie doch Widerspruch ein' und wandte sich ab."

Nun soll die Dorstenerin 35 Euro zahlen. Dagegen hat sie Einspruch erhoben: "Ich hätte mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht, dann wäre allen Ärger, Zeit und Arbeit erspart worden. Das ist doch ein klassischer Fall von Bürokratie, wo die Paragraphen mehr zählen als der Mensch." Politesse hat korrekt gehandelt

"So ist das nicht," entgegnet Ordnungsamtsleiter Rolf Köllmann (Foto), "unsere Politesse hat korrekt gehandelt." Behindertenparkplätze seien vom Gesetzgeber für Menschen mit außergewöhnlichen Behinderungen (beidseitige Fehlbildung der Gliedmaßen, Querschnittlähmung, schwerste Herz/Lungen-Probleme) reserviert, über Ausnahmen dürfe "nicht emotionsgeladen auf dem Gehweg" verhandelt werden.

Zwar werde in diesem Fall bei Vorlage der ärztlichen Bescheinigung die Zahlung erlassen, aber jeder Einzelfall müsse im Rathaus geprüft werden: "Dort kann man auch nach Operationen etc. vorläufige Ausweise fürs Auto bekommen."

Lesen Sie jetzt