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Solidarität für entlassene Altenpflegerinnen

Verdi-Mahnwache

Zur Mahnwache in Rhade hatte der Verdi-Bezirk Emscher-Lippe-Nord am Dienstag (18.11.) aufgerufen. Verdi stärkt damit fristlos entlassenen Seniorenheim-Mitarbeiterinnen den Rücken, die am Mittwoch (19.11.) vor dem Arbeitsgericht Herne erscheinen müssen.

Rhade

, 18.11.2014
Solidarität für entlassene Altenpflegerinnen

Verdi-Mahnwache an der Erler Straße in Rhade aus Protest gegen die fristlose Kündigung von elf Altenpflegerinnen im "Haus der Geborgenheit" in Rhade.

Drei Jahre hat etwa eine 26-Jährige im Seniorenwohnheim "Haus der Geborgenheit" der Mantra Sozial GmbH in Rhade gearbeitet. Trotz ihres fristlosen Rauswurfs am 30. Juli 2014 denkt die Altenpflegerin immer noch an die ihr anvertrauten alten und hilfsbedürftigen Menschen: „Wir wollen, dass es den Bewohnern besser geht.“ Ein Grund dafür, dass die junge Frau sowie einige ebenfalls gefeuerten Kolleginnen aus dem Altenheim im Mittelpunkt einer Mahnwache vor dem Rhader Getränkemarkt an der Erler Straße standen. Dazu hatte der Verdi-Bezirk Emscher-Lippe-Nord aufgerufen. An vorderster Front: Sprecherin Vera Foullong-Marquardt.

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Vor dem Arbeitsgericht Herne haben acht ehemalige Mitarbeiterinnen des Seniorenheims Kündigungsschutzklage eingereicht. „Drei weitere Mitarbeiterinnen haben sich mit der „Mantra Sozial GmbH“ außergerichtlich geeinigt“, sagte Vera Foullong-Marquardt. Sie kritisierte, dass die Mantra Sozial GmbH die Altenpflegerinnen auf die Straße gesetzt habe, nachdem diese „Überlastungsanzeige“ wegen der aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände im Haus erstattet hätten.

„Mitarbeiter haben die Pflicht, ihren Arbeitgeber auf Mängel hinzuweisen, damit diese abgestellt werden“, meinte die Gewerkschaftssprecherin. Die ehemaligen elf Beschäftigten des Rhader Hauses waren an die Öffentlichkeit getreten, nachdem sie eine Überlastungsanzeige geschrieben hatten.

Darin machten sie ihren Arbeitgeber auf Missstände aufmerksam. Der Arbeitgeber sah in der Herstellung der Öffentlichkeit einen Vertrauensbruch und setzte die Frauen fristlos vor die Tür. Die Kündigung der Altenheim-Mitarbeiterinnen habe mittlerweile bundesweit Wellen geschlagen, berichtete Vera Foullong-Marquardt. Und verlas bei der Mahnwache eine Solidaritätsnote von AWO-Betriebsräten in Chemnitz an „die Frauen, die den Mut hatten, ihre Kritik öffentlich zu machen“.

Am Mittwoch (19.11.) werden sich drei Ehemalige wieder zu Güteterminen im Arbeitsgericht Herne einfinden müssen. Währenddessen hat die Heimaufsicht des Kreises Recklinghausen bei einer unangekündigten Überprüfung des Rhader Altenheims festgestellt, dass „ausreichend Pflegekräfte im Haus beschäftigt sind und kein Nachweis darüber geführt werden konnte, dass wegen Mängeln in der Pflege Bewohner beeinträchtigt sind“, so Kreispressesprecher Jochem Manz. 

Elf Mitarbeiterinnen erhielten am 30.7.2014 ihre fristlose Kündigung. Betreiberin des Pflege- und Seniorenheims „Haus der Geborgenheit“ ist die Mantra Sozial GmbH. Gegen die Kündigung legten acht Mitarbeiterinnen Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Herne ein. Richterin Marlies Rohkämper-Malinowski befasst sich am heutigen Mittwoch mit drei Fällen.

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