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Stadt schlägt Alarm: Der Dreck muss weg

DORSTEN Dem Müll hat Dorsten schon vor Jahren den Kampf angesagt. Doch mancherorts ist die propagierte "saubere Stadt" nur ein Traum.

von Von Rüdiger Eggert

, 25.08.2008
Stadt schlägt Alarm: Der Dreck muss weg

Mehrmals täglich wird rund um McDonalds der Müll eingesammelt.

Bernd-Josef Schwane, CDU- Fraktionsvorsitzender, war so empört über Tüten und andere Verpackungen am Busbahnhof, dass er den Bürgermeister angeschrieben hat. Ähnliche Erfahrungen hat auch Ursula Westermann gemacht. Die Dorstenerin ärgert sich schwarz über den "zugemüllten Bahnhof". Auf dem Bahnsteig, auf den Gleisen - überall Papier, Tüten, Becher. "Was sollen Besucher, die nach Dorsten kommen, bei diesem Anblick denken?"

Bernd Schwane besuchte kürzlich den Dorstener Kultursommer und parkte in Bahnhofsnähe. "Ich musste feststellen, dass sich der Parkplatz in einem verdreckten Zustand befindet", so Schwane in seinem Schreiben an den Bürgermeister. Verpackungsmaterial, Tüten und Flaschen waren über den Parkplatz verstreut. Gleichzeitig konnte er beobachten, wie jemand seine Verpackungen aus dem Auto warf.

Mehrmals reinigen

"Wenn ihr viel Müll von uns seht, ruft an", hatte Silke Strittmatter den City-Service aufgefordert. Mit Ehemann Hubert betreibt sie die McDonalds-Filliale am ZOB. Mehrmals täglich reinigen Mitarbeiter die Umgebung des Schnellrestaurants. Es wird sogar das Wäldchen am Ende des Busbahnhofes gesäubert. Aber besonders wirkungsvoll ist das offenbar nicht.

Zurzeit entwickelt deshalb die Stadt ein Konzept gegen die Müllflut. Ordnungsamt und Stadtreinigung bemühen sich zum einen, die Bürger aufzuklären, erteilen Unbelehrbaren aber auch mit Verwarnungsgeldern einen Denkzettel. Um den Müll von der Straße zu bekommen, sollen zudem in Zukunft vermehrt Reinigungstrupps mit Handwagen und Zange eingesetzt werden. Das hatte sich bei Stadtfesten bewährt.   Silke Strittmatter sieht das Problem vorwiegend an den Wochenenden und bei großen Veranstaltungen im Treffpunkt Altstadt. „Bei Abi-Vorfeiern haben wir einen Security-Service im Haus.“ Das Restaurant war nach einem Fest völlig verdreckt und einige Waschbecken sind demoliert worden. Das Müllproblem im Freien lösen die Sicherheitskräfte freilich nicht.Beliebter Treffpunkt Die letzte Reinigungstour rund um den Schnellimbiss startet meist gegen 22 Uhr. Häufig sind die McDo-Mitarbeiter dann Pöbeleien ausgesetzt. Denn der ZOB ist am Wochenende ein beliebter Treffpunkt, wo auch viel Alkohol konsumiert wird. Wenn sich dann noch Kunden am Autoschalter mit Burger und Pommes versorgen und die Reste im Vorbeifahrern entsorgen, obwohl es Papierkörbe in Reichweite gibt, sieht es am Bahnhof schnell aus wie auf einer Müllkippe. Bernd-Josef Schwane hat sich das Autokennzeichen eines solchen Umweltsünders gemerkt. Zum Nachtisch bekommt er demnächst einen Bußgeldbescheid.

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