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Tipps fürs Wohlbefinden - auch während einer Krebserkrankung

Abendsprechstunde

Nach einer Brustkrebs-Erkrankung schnell wieder auf die Beine kommen, das ist insbesondere während der Chemo- und Bestrahlungstherapie leichter gesagt als getan. In der Abendsprechstunde im Alten Rathaus erläuterten am Dienstag vier fachkundige Frauen, wie man die Brustkrebs-Folgen am besten meistern kann.

DORSTEN

06.06.2012
Tipps fürs Wohlbefinden - auch während einer Krebserkrankung

Kompetente Ansprechpartner: (v.l.) Violetta Ploch und Annette Hemmer (Ernährungsfragen), Dr. Peter Tönnies, Chefarzt des Brustzentrums im St.-Elisabeth-Krankenhaus sowie Vera Rieswick, Claudia Büttner und Majlinda Hessefort (kosmetische Beratung).

Eingeladen hatten dazu das St.-Elisabeth-Krankenhaus und die Dorstener Zeitung. Unter der Regie von Dr. Peter Tönnies, Chefarzt des Brustzentrums, referierten Violetta Ploch und Annette Hemmer zunächst über die richtige Ernährung bei Tumor-Erkrankungen. Eher praktisch legten dann Vera Rieswick und Majlinda Hessefort ihren Vortrag an: Sie demonstrierten an ihrem Modell Claudia Büttner anschaulich, was sie über den großen Wert eines gepflegten Erscheinungsbildes erklärten. Aus der Fülle von Informationen hier eine kleine Zusammenstellung.

Nein! Es gibt zwar vielerlei Möglichkeiten, durch die richtige Ernährung die Begleiterscheinungen von Chemo- und Strahlentherapie zu mindern, aber vor in der Werbung gepriesenen Wunder-Diäten sei abzuraten. Vor allem von einer Methode, die auf 42 Fastentagen basiert: „Das ist im ohnehin geschwächten Zustand geradezu katastrophal.“

Wichtig ist, die zehn goldenen Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu beherzigen. Deren Einhaltung ist übrigens nicht nur Krebspatienten zu empfehlen.

1. Vielseitig essen. 2. Viele Getreideprodukte, Vollkorn bevorzugen. 3. Fünfmal am Tag Gemüse oder Obst. 4. Täglich Milch oder Milchprodukte. Einmal pro Woche Seefisch, Fleisch in Maßen. 5. Gesunde Fettauswahl: Kein Schmalz oder Biskin, sondern Soja und Omega-3-Fette. 6. Zucker und Salz nur in Maßen. 7. Reichlich Flüssigkeit, rund 1,5 Liter pro Tag. Außer Wasser auch röstfreier Spezial-Kaffee, Tee oder Obstsäfte. 8. Speisen schmackhaft und schonend zubereiten (niedrige Temperaturen mit wenig Wasser). 9. Sich Zeit nehmen und genießen. 10. Bewegung macht Appetit - mindestens 30 Minuten in der frischen Luft spazieren gehen.

Wenn der Arzt kein Veto einlegt, ist eventuell ein kleiner Aperitiv hilfreich. Das Essen lecker anrichten, frische Kräuter und Gewürze wie Zwiebeln und Estragon verwenden und auf pflanzliche Bitterstoffe (Löwenzahn, Kümmel, Anis etc.) zurückgreifen. Kleine Portionen zu sich nehmen, häufiger in Gesellschaft essen. Ganz wichtig: Sich nicht unter Druck setzen!

Zitrone regt die Speicheldrüse an, ebenso Kaugummis und Bonbons. Häufig kleine Mengen trinken und die Lippen feucht halten.

Keine Parfüms und Deos verwenden, die stark riechen. Stattdessen Babyöl verwenden oder duftstoffarme Deos ohne Allergene.

Hautveränderungen und allergische Reaktionen sind möglich, lassen sich aber kosmetisch korrigieren. Entsprechende Kosmetika gibt es in jeder Apotheke. Während der Therapie zu heißes oder kaltes Wasser beim Waschen meiden und lauwarmes Wasser benutzen. Während der Therapie als Schutz vor Nagelbett-Entzündungen darauf verzichten, Finger- und Fußnägel zu lackieren.

Im Gegenteil. Wenn Haarausfall, Augenringe oder Gesichtsbleiche durch Kosmetik und Perücken kaschiert werden, hebt dies das Selbstwertgefühl, was die Gesundung fördert. Je nach Typ und Vorlieben empfiehlt sich eine individuelle Beratung, die Vera Rieswick in Velen-Ramsdorf anbietet.  

Infos: Tel. 02863/5266 bzw. -9 50 53 und im Internet.

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