Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Verbot von Glyphosat und Schotterbeeten wird diskutiert

Insektensterben

Was kann die Gemeinde Schermbeck tun, um gegen das Insektensterben vorzugehen? Die Schermbecker Grünen-Fraktion hatte dazu einige Ideen vorgelegt. Was kann davon umgesetzt werden?

Schermbeck

, 04.07.2018
Verbot von Glyphosat und Schotterbeeten wird diskutiert

Blühstreifen fordern die Schermbecker Grünen, um gegen das Insektensterben vorzugehen. © Marie Rademacher

Gleich zwei Ausschüsse befassen sich mit dem Antrag der Grünen. Im Bau- und Liegenschaftenausschuss (10. Juli, 16 Uhr) wird beraten, ob die Gemeinde für die Flächen, die sie an Landwirte verpachtet, ein Verbot für den Einsatz von Glyphosat (Unkrautvernichtungsmittel) und Neonicotinoide (Insektizid) in die Verträge schreiben soll. Dabei sei zu bedenken, so Verwaltungsmitarbeiter Winfried Thomann, „dass (Land-)Pachtverträge in der Regel auf unbestimmte Zeit geschlossen“ werden.

Bei Neuabschluss von Pachtverträgen gebe es bessere Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn sich aber kein Bio-Betrieb als Pächter finde und nur konventionell arbeitende Landwirte als Pächter infrage kämen, „könnte wahrscheinlich der übliche Pachtzins nicht mehr aufrechterhalten werden“, so Thomann. Denkbar sei aber auch, die Anwendung von Totalherbiziden wie Glyphosat in solchen Verträgen einzuschränken - etwa auf einmal im Jahr.

Anwohner gegen Wildblumenwiesen

Die Grünen hatten auch gefordert, dass die Gemeinde Blühstreifen anlegen und bei Neuanpflanzung von Gehölzen vermehrtes Augenmerk auf Insektenfreundlichkeit legen solle. Letzteres wird von der Verwaltung als unproblematisch eingeschätzt. Allerdings seien in der Vergangenenheit Wildblumenwiesen in Wohngebieten auf starke Ablehnung der Anwohner gestoßen. Wildblumenwiesen hätten „dauerhaft einen ungepflegten Charakter hinterlassen und das Erscheinungsbild der Wohnsiedlung nachhaltig negativ beeinflusst“.

Schotter- und Kiesbeete in Wohngebieten soll die Gemeinde nach Ansicht der Grünen verbieten. Damit beschäftigt sich der Planungs- und Umweltausschuss am 12. Juli (Donnertag, 16 Uhr). Grundsätzlich sei es möglich, so Bauamtsleiter Gerd Abelt, bei der Aufstellung von Bebauungsplänen eine Satzung über die Gestaltung, Begrünung und Bepflanzung unbebauter Flächen zu erlassen. Es reiche aber aus Sicht der Verwaltung auch eine gestalterische Festsetzung in zukünftigen Bebauungsplänen.

„Verödung“

Berücksichtigt werden müsse, dass man damit „die gestalterische Vielfalt sowie die freie Entfaltungsmöglichkeit der Bauherren“ einschränke, so Abelt. Auch sei die langfristige Kontrolle kaum gewährleistet. Andererseits, bestätigt Abelt, „führen die Schotter- und Kiesbeete auf den unbebauten Grundstücksflächen zu einer Verödung und entziehen den Insekten nachhaltig Nahrungs- und Lebensräume.“

Lesen Sie jetzt