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Vorgaben fürs Public Viewing

Zur EM

Die EM rückt näher, doch wer Public Viewing anbieten möchte, muss dafür einiges beachten. Dennoch bietet der SuS Hervest eine Übertragung der meisten EM-Spiele an. Planen auch Sie, Public Viewing anzubieten? Verraten Sie uns, wo!

DORSTEN

von Von Berthold Fehmer

, 05.06.2012

Der Countdown läuft: In wenigen Tagen tritt die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine an. Ein großes, öffentliches Public Viewing kann sich die klamme Stadt nicht leisten – in die Bresche springen Vereine und Wirte. So zeigt etwa der Löschzug Rhade, der vom 9. bis 17. Juni 100. Geburtstag feiert, das Spiel gegen Portugal. Für viele Veranstalter stellt sich aber die Frage, welche rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten sind. Auch im Clubheim des SuS Hervest-Dorsten werden ab Sonntag (10.6.) zum größten Teil alle Spiele der Fußball-EM auf der Großbildleinwand gezeigt.

Ein Blick auf die Internetseite der UEFA zeigt, dass Public Viewing dort „Public Screening“ heißt. Grundsätzlich muss für alle Aufführungen „außerhalb von häuslichen Umgebungen“ eine Lizenz der UEFA erworben werden. Wenn das Public Screening allerdings folgende Kriterien erfüllt, setzt die UEFA die Lizenzpflicht aus: › Die benutzte Leinwand ist kleiner als drei Meter in der Diagonale. › Das Fassungsvermögen des Ortes, an dem das Public Screening stattfindet, darf nicht für mehr als 150 Leute ausgelegt sein. › Ein Sponsoring oder eine Eintrittsgebühr ist nicht gestattet (Hinweis: Der Verkauf von Essen und Getränken ist erlaubt).Wer die drei Vorgaben nicht einhalten kann oder will, muss eine Lizenz beantragen. Offizielle Deadline war dafür bereits am 18. Mai; online nimmt man noch Bewerbungen entgegen, „aber die UEFA garantiert nicht, dass diese Anträge bearbeitet werden“.

Wer die drei Vorgaben einhält, ist allerdings noch nicht ganz aus dem Schneider. Weil im Umfeld des Spiels auch Musik- und Wortbeiträge gezeigt werden, kommt die Gema ins Spiel, die gleichzeitig die Vergütung für die „Verwertungsgesellschaft Wort“ eintreibt. Für die Zeit vom 8. Juni bis 12. August (Ende Olympische Spiele) bietet die Gema einen Sondertarif an, der bei kleinen Fernsehern pro Gerät 21 Euro, bei Großbildschirmen und Leinwänden (ab 106 Zentimeter Diagonale) 67 Euro (bis 100 Quadratmeter), 100 Euro (bis 200 Quadratmeter) oder 134 Euro (bis 300 Quadratmeter) kostet. Jeweils zuzüglich sieben Prozent Umsatzsteuer. Dieser Sondertarif gilt allerdings nur für Aufführungen „ohne Veranstaltungscharakter“. Heißt, wenn die Veranstaltung explizit beworben wird, ein Eintrittsgeld erhoben und es zusätzliche Angebote wie Getränke- und Imbissstände gibt. Solche Public Viewings müssen einzeln bei der Gema angemeldet werden.

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