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Waffengeschäfte brachten Dorstener ins Visier der Justiz

Bewährung wegen Beihilfe

ESSEN/DORSTEN Weil ein 47-jähriger Dorstener aus Hervest für einen Gladbecker (48) Waffenlieferungen aus Österreich annahm, verurteilte ihn die 7. Essener Strafkammer wegen Beihilfe zum unerlaubten Schusswaffenerwerb zu zehn Monaten Haft und gab Bewährung.

von Von Bianca Belouanas

, 10.08.2010

Im Plädoyer hatte seine Verteidigerin Andrea Bunte noch einmal betont, dass der Dorstener im Gegensatz zu seinen drei Mitangeklagten weder Waffennarr noch Hobbyschütze sei. „Im Gegenteil, er hat in seinem Leben vorher noch nie etwas mit Waffen zu tun gehabt“, so Bunte. Doch offenbar waren die 100 Euro pro entgegengenommenem Paket zu verlockend.

Laut Anklage habe er die Pakete angenommen, obwohl er wusste, dass Waffen darin waren. Als Obolus für seinen kriminellen Freundschaftsdienst erhielt er vom Gladbecker Haupttäter im Durchschnitt 10 Euro für jede der 50 Waffen. „Ein geringer Betrag, wenn man von einem Verkaufswert von 600 bis 1000 Euro pro Stück ausgeht“, befand Bunte.

Strafmaß und Tatbeteiligung sprechen dafür, dass es sich bei dem Dorstener um ein vergleichsweise kleines Licht handelte. Der Haupttäter hingegen war von einem ganz anderen Kaliber. Er ist bereits einschlägig vorbestraft und soll sich mit dem Verkauf zahlreicher Waffen ein kleines Vermögen erwirtschaftet haben. Vor dem Urteil stimmte er der außergerichtlichen Einziehung seines sichergestellten Vermögens von über 86.000 Euro zu. Außerdem muss er laut Urteil für drei Jahre und zehn Monate in Haft. Zwei weitere Mittäter bekamen Bewährungsstrafen.

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